Nachhaltigkeit

Die Sache mit dem grünen Strom: Meine Entscheidung, mein Beitrag, mein Einfluss.

Überall steht „grün“ oder „nachhaltig“ drauf, aber nicht immer ist alles so grün“ und „nachhaltig“ wie es scheint. Vielleicht ist es mittlerweile schon eine Berufskrankheit, dass ich alles hinterfrage und keiner Werbebotschaft ungeprüft vertraue. Würde ich das nicht tun, wäre Lill’s Store nicht das was es heute ist. Ihr vertraut darauf, dass ich auf Herz und Nieren prüfe was im Shop landet und das tue ich auch. Nicht nur bei den Produkten die wir euch verkaufen, sondern auch bei allem, was ich selbst kaufe.

Es liegt darum nahe, dass ich auch nicht einfach irgendwas unterschrieben habe, auf dem „grüner Strom“ steht, sondern erstmal verstehen wollte, was da genau dahintersteckt und welche Unterschiede es gibt. Es hat darum eine Weile gedauert, bis wir nun auf grünen Strom umgestiegen sind. Ich wollte es mal wieder ganz genau wissen, und habe erst jetzt die Zeit dafür gefunden tiefer zu recherchieren.

Der bevorstehende Umzug Anfang März und ein Artikel „Ökostromreport 2020“ von „Robin Wood e.V.“ hat mir dabei geholfen, das Thema endlich anzugehen. Denn sind wir mal ehrlich, solange Strom aus der Steckdose kommt, besteht der Leidensdruck lediglich aus dem Wissen, dass es da wohl etwas Nachhaltigeres gibt, als die aktuelle Situation. Menschen sind eben oft sehr bequem und ich schließ mich da nicht aus.

Aber es reicht nicht, eine Partei zu wählen, die sich für die Energiewende stark macht, wir müssen selbst Teil der Energiewende sein und aktiv werden. So viel vorab, hat man einmal verstanden, was es mit dem grünen Strom auf sich hat, ist der Wechsel wirklich kinderleicht. Wenn ich 10 Minuten Zeit investiert habe, inkl. Zählerstand ablesen, ist das großzügig bemessen.

Länger hat es für mich gedauert, zu verstehen was denn eigentlich den Unterschied ausmacht. Denn, und das hat meine Recherche bestätigt, der Strom der aus meiner Steckdose kommt, ist immer der gleiche und nie 100% grün, ganz egal zu welchem Stromanbieter ich wechsle. Strom sucht sich immer den kürzesten Weg und auch wenn ich zu einem Ökostrom-Anbieter wechsle, kommt der Strom über das Stromnetz immer aus der nächsten verfügbaren Stromquelle, was auch ein Atom-Kraftwerk sein kann.

Macht ein Wechsel denn dann überhaupt Sinn? Ja, denn es geht fast weniger um den Stromfluss, als um den Geldfluss. Denn der wesentliche Nutzen vom Bezug „grünen“ Stroms, ist nicht eine unmittelbare Senkung der CO2-Emission, sondern die Förderung von Investitionen in Technik zur erneuerbare Energiegewinnung.

Bildlich kann man sich das so vorstellen: Unsere Stromnetze sind wie ein großer Pool, in den Strom aus verschiedenen Quellen eingespeist wird. Aus Atomkraftwerken, Wind,- Wasser und Solarenergie-Quellen. Der Strom selbst unterscheidet sich nicht, Strom ist und bleibt Strom, nur die Art der Erzeugung unterscheidet sich. Über die Stromnetze wird dann der „gemischte“ Strom in unsere Steckdosen transportiert. Immer auf möglichst kurzem Weg. Der Strom wird von den „Netzbetreibern“ von den „Erzeugern“ eingekauft und an die „Stromanbieter“ verkauft, letztere entscheiden, welche Art von Strom-Erzeugung sie damit fördern wollen. Fördern bedeutet, dass ein Teil der Einnahmen zur Weiterentwicklung bestimmter Strom-Erzeugungsarten investiert wird.

Mit der Wahl des Stromanbieters, entscheiden wir also nicht welche Art von Strom wir beziehen, sondern welche Art von Stromerzeugung wird unterstützen und fördern möchten.

Ökostrom-Anbieter investieren einen Teil der Einnahmen in Wasser,- Wind,- oder Solarenergiequellen und deren technische Weiterentwicklung. Denn diese ist zwingend notwendig, wenn wir zukünftig nur noch Strom aus erneuerbaren Quellen beziehen wollen. Es wäre heute nicht möglich alle Kohle- und Atomkraftwerke abzuschalten, da wir noch nicht ausreichend Strom aus ausschließlich erneuerbaren Quellen produzieren können. Das liegt nicht nur daran, dass wir nicht ausreichend Wasser,- Wind,- und Solaranlagen zur Stromerzeugung haben, sondern auch daran, dass diese technisch noch nicht weitgenug entwickelt sind.  Die Förderung durch Investitionen ist also maßgeblich für eine Energiewende. Das kann die Regierung tun, aber auch jeder einzelne von uns, durch den Wechsel zu einem Ökostrom-Anbieter.

 

Aber welcher Ökostrom-Anbieter ist der richtige?

Hier wird es uns nicht leichtgemacht, denn die meisten Stadtwerke bieten Ökostrom-Tarife an und es gibt gefühlt unendlich viele Ökostrom-Anbieter. Der Artikel von „Robin Wood e.V.“ einem Verein der sich in Deutschland für den Umweltschutz einsetzt (wir spenden dorthin jeden Monat 5% unserer Nettoerlöse der Lill’s Hundebademäntel in der Farbe „Green Leaf“), hat es mir bei der Auswahl etwas leichter gemacht und 10 Ökostrom-Anbieter empfohlen. Diese habe ich dann einzeln genauer unter die Lupe genommen und auch die Preise verglichen.

Der Preis ist jedoch fast zu vernachlässigen, da er nur bei 2-5€ mehr im Monat liegt. Für wen dieser Betrag jedoch wichtig ist, kann auf verschiedenen Preisvergleichsportalen den günstigsten Ökostrom-Anbieter finden. Vielmehr lässt sich beim Strom für einen Zwei- Personen Haushalt jedoch nicht sparen, ganz unabhängig ob man grünen Strom beziehen will oder nicht. Den Wechsel attraktiv, machen viele Stromanbieter mit einem Wechselbonus, die Tarife selbst unterscheiden sich aber wirklich kaum. Bei den Ökostrom-Anbietern, die ich verglichen habe, gab es keine Angebote für Wechselprämien.

Der Preis war für mich darum also schnell kein Kriterium mehr, also habe ich mich zunächste damit befasst, welche Art von Energieerzeugung ich fördern will. Wasser oder Wind. Solarenergie ist hierbei zu vernachlässigen, da diese alleine keine Zukunftsfähige Stromquelle zu sein scheint. Dafür aber Wasser und Wind. Aber was davon ist wirklich besser?

In Deutschland sind Wind,- und Wasserenergie in etwas gleich weit entwickelt und die einzige Kritik die ich finden konnte, ist bei beiden die Gleiche. Bei Windkrafträdern geraten immer wieder Vögel hinein, bei Wasserkraftwerken sind es Fische. Was von beiden zukunftsträchtiger ist, lässt sich aktuell noch nicht sagen, das hängt davon ab, was schneller weiterentwickelt wird. Es hängt also wieder an der Entwicklung und der dafür nötigen Förderung.

Wenn Du eine der beiden Energiearten aus bestimmten Gründen bevorzugst, kannst Du bei der Auswahl eines Ökostrom-Anbieters also darauf achten, welche erneuerbaren Energiearten gefördert werden. Es gibt Ökostrom-Anbieter, die zu 100% Wasserenergie fördern, andere zu 100% Windenergie und wieder andere fördern beides zu gleichen oder unterschiedlichen Teilen.

Ich persönlich habe auch nach meiner Recherche keine Präferenzen, was Wind und Wasserenergie angeht und denke sogar, dass eine Mischung Sinn macht, denn Stand heute lässt sich Strom nur bedingt weit transportieren und wir leben nun mal nicht alle am Meer. Auch Energie aus Wind lässt sich nicht überall produzieren.

Abschließend gibt es nun noch einen, für mich sehr relevanten Punkt, bei der Auswahl des Ökostrom-Anbieters. Die Höhe des Förderbetrags. Dieser unterscheidet sich stark und reicht von 0,05 ct bis 0,84 ct pro kWh. Für mich war es wichtig, dass der Förderbetrag möglichst hoch ist, denn das ist ja der ganze Sinn der Sache. Also habe ich mich für einen Ökostrom-Anbieter entschieden, der einen Strommix aus Wasser und Wind fördert, sowie einen vergleichbar hohen Förderbetrag für die Energiewende beisteuert.

Seit 01.03.2020 beziehen wir unseren Strom nun über „Greenpeace Energy“. Der Förderbetrag pro kWh liegt bei 0,84 ct und wird zu 46,8% in Wasser, 53,3% Windkraft und 0,1% in Solarenergie gesteckt.

 

DER PREISVERGLEICH

Greenpeace Energy

  • Tarif: Ökostrom aktiv
  • monatliche Grundgebühr: 8,90€
  • 29,80 ct./kWh
  • Bei einem Stromverbrauch von 2.500 kWh pro Jahr kommen wir damit auf 851,80€ im Jahr und damit 70,98€ im Monat.

 

Elektrizitätswerk Weißenhorn

  • Tarif: EWAG 2020
  • mtl. Grundgebühr: 11,25€
  • 26,49 ct./kWh
  • Bei einem Stromverbrauch von 2.500 kWh pro Jahr kämen wir damit auf 797,34€ im Jahr und damit 66,44€ im Monat.

 

Mehrkosten für „grünen Strom“: 4,54€ im Monat

Der Wechsel war wie gesagt super einfach. Ein Formular ausfüllen, Zählerstand ablesen, fertig. Die Kündigung bei meinem alten Stromanbieter wird für mich erledigt, darum muss ich mich nicht kümmern. Heute 3 Wochen nach dem Wechsel, kann ich bestätigen, dass es wirklich so einfach ist wie es klingt.

Und ich bin happy darüber, dass ich einen Beitrag zur Energiewende leisten kann, ganz unabhängig davon, was in der Politik entschieden wird.

Meine Entscheidung, mein Beitrag, mein Einfluss.

 


Werbung: Dieser Artikel enthält Werbung, da ich Marken/Unternehmen/Vereine namentlich genannt habe. Dieser stellt aber meine persönliche Empfehlung dar. Dieser Artikel wurde unabhängig, unentgeltlich und ohne Kooperation verfasst.

 

 

 

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1 Comment

  • Reply
    Gregor A. Ingenhoven
    24. März 2020 at 2:07 pm

    Eine super Entscheidung! Wir haben uns damals für Prokon entschieden, weil die eine Genossenschaft sind und sogar eigene Windparks betreiben.

    So betanken wir auch unsere beiden E-Autos mit regenerativem Strom und fahren CO2 neutral.

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