Reisen

Urlaub & Abenteuer mit Hund: Leutasch in Österreich 

Nur wenige Wochen vor unserem Urlaub nach Leutasch, standen Patrick und ich vor unserem voll gepackten Auto auf dem Weg nach Brandenburg und stellten erschrocken fest, dass wir noch gar nicht darüber nachgedacht hatten, wie wir 2 Erwachsene, 2 Kinder und einen Hund samt Gepäck in diesem Auto nach Österreich transportieren können. Ups.

Wir standen eine Weile vor dem Auto und merkten schnell: es geht nicht. Oder doch? Vielleicht müssen wir uns ein größeres Auto leihen? Einen VW Bus? Der Kostencheck für einen Mietwagen war aber dann schnell ernüchternd und wir verwarfen die Idee wieder. 600€ für 5 Tage.. autsch. Dann fahren wir wohl mit zwei Autos in den Ski-Urlaub. Nicht ideal, aber anders gehts nicht.

Dachten wir, bis wir die Idee mit der Dachbox hatten. Die war dann auch wirklich die Lösung und wir hatten alle genug Platz. Patchwork-Herausforderungen. Auf einmal sind wir so viele! 🙂

 

Unsere Pension „Aufatmen“ in Leutasch

Wenn es in den Schnee geht, muss Lilly dabei sein! Darum haben wir uns in der Pension aufatmen.at eingebucht, wo Lilly herzlich willkommen war. Das Fichtennest in der Pension ist weniger ein Zimmer, als eine kleine Wohnung mit Küche und großem Tisch für bis zu 6 Personen und ideal für den Aufenthalt mit Familie und Hund. Dank der Küche konnten wir frisches Fleisch für Lilly füttern und auch wir waren dankbar dass wir nicht jeden Tag zum Essen gehen mussten. Nach einem langen Tag im Schnee reicht eine gemütliche Brotzeit auch mal aus. Nur in den Frühstücksraum in der Pension durfte Lilly nicht mit. Da ist sie wieder, diese Regel aus der ich einfach nicht schlau werde. Warum dürfen Hunde in jedes Restaurant, aber fast nie in die Hotel-Restaurants?
Das Frühstück in der Pension Leutasch ist aber selbst sehr empfehlenswert! Ganz gesund und sehr lecker!

Tipp für die Yogis unter Euch: In der Pension wird jeden Morgen eine (kostenfreie) Yoga Stunde angeboten. Ein schönes Angebot, das ich zweimal wahrgenommen habe. Mit Yoga in den Tag starten, ich liebe es! Wir haben uns hier sehr wohl gefühlt!

 

Der Naturwirth

Im Restaurant Naturwirth, das direkt gegenüber der Pension liegt, war Lilly herzlich willkommen und wir können Euch dieses Restaurant nicht nur deswegen wärmstens empfehlen. Hier besteht die komplette Karte aus regionalen Bio Produkten. Sehr sehr lecker! Sogar das Spezi der Kinder war Bio. Wir fanden das super, die Kinder waren der Tatsache, dass Fruchtfleisch von Orangen im Spezi zu finden ist, eher etwas kritisch eingestellt 🙂

 

Poli´s Hütte

Leutasch liegt im Tal und direkt an der Olympia Loipe, neben der ein Weg für Fussgänger entlang führt, der sich herrlich für Spaziergänge mit Hund eignet. Hier sollte man nur aufpassen, das die Hunde nicht in die Loipe laufen, das wird nicht so gerne gesehen. Als wir dort waren, war der Schnee aber auch so hoch, dass Lilly nur mit Mühe weit kam und meistens auf dem freigeräumten Fussgänger Weg blieb.

Entlang der Loipe lässt es sich in Poli´s Hütte ganz wunderbar einkehren. Urgemütlich, rustikal mit Kacheloffen und österreichischer Hausmannskost. An sonnigen Tagen gibt es draußen Plätze mit Decken um die Sonne zu genießen. Wir sind hier regelmäßig für einen Glühwein nach unseren Spaziergängen eingekehrt. Herrlich!

Seefeld

Zum Skifahren sind wir ca. 15 Minuten nach Seefeld gefahren, wo ich mit Lilly dann Spaziergänge im Schnee unternommen habe, während Patrick mit den Kids die Piste unsicher machte. Traumhaft schön und toll mit Hund ist der Rundweg um den eingeschneiten See in Seefeld. Dauer ca. 1,5 Stunden.

 

Hüttn Gaudi

Mittags haben wir uns dann zum Mittagessen alle wieder auf der Hütte unterhalb der Skipiste getroffen. Für Hüttenbesuche bei denen ihr draußen in der Sonne sitzen wollen, empfehle ich Euch eine Hundedecke mitzunehmen. Dann muss der Hund nicht auf dem nassen und kalten Boden liegen. Ich hatte keine dabei, wie ihr auf dem Bild sehen könnt, darum musste meine Jacke auf der Bank herhalten, damit Lilly völlig erschöpft nach dem vielen toben im Schnee ein Schläfchen halten konnte, während wir uns mit einem Wurstsalat stärkten. (Den Lilly tatsächlich vor Ihrer Nase hatte, aber total verpennt hat!)

 

 

Ein Highlight war für uns alle – und besonders für Lilly – unser Rodelausflug.

Rodeln mit Lilly, ob das gut geht, war uns vorher noch gar nicht klar. Denn Lilly hatte erst im letzten Winter das erste Mal Schlitten gesehen und Angst davor, was sie uns mit „anbellen“ sehr deutlich machte. Das gleiche gilt für Skifahrer. Aber wir wollten es versuchen und zur Not hätte ich mit Lilly eben ohne Schlitten runter laufen müssen.

Aber erstmal kam der Aufstieg, denn hoch zum Start der Rodelbahn führt nur ein Sessellift auf dem wir Lilly nicht mitnehmen konnten. Also gingen wir zu Fuss hoch. Der Aufstieg dauerte ca. 45 Minuten und damit lang genug, um Lilly davon zu überzeugen, das Schlitten und Skifahrer gar nicht böse sind. Denn womit wir nicht rechneten als wir uns den Weg nach oben beschreiben ließen war, dass wir auf der Rodelbahn nach oben laufen würden. Also kamen uns nicht nur jubelnde Menschen auf schnellen Schlitten entgegen, sondern auch Skifahrer. Der erste Skifahrer der an uns vorbei raste erschreckte uns alle, also auch Lilly, die dann bellte und damit auch den Skifahrer erschrak. Ups.

Patrick nahm Lilly dann an die Leine und ließ sie jedes Mal Platz machen wenn uns jemand entgegen rodelte. Zudem stellte er sich schützend vor sie, so das sie nicht das Gefühl hatte sie müsste ihr Rudel beschützen. Patrick übernahm diese Aufgabe und Lilly akzeptierte das recht schnell. Nach nur 15 Minuten war Lilly soweit, dass sie von alleine hinter oder neben Patrick lief wenn ein Schlitten angerast kam. Weitere 15 Minuten später war sie total entspannt. Da wir die ganze Zeit jeder einen Schlitten zogen, war auch der Schlitten selbst schnell nicht mehr böse. Oben angekommen hätte man gar nicht glauben wollen, dass Lilly vor weniger als einer Stunde noch Angst vor Schlitten hatte.

Also wollten wir es wagen. Zu viert auf den Schlitten nach unten und Lilly an der Leine neben her. Nach meiner Frage, „Wie lenkt man so ein Ding eigentlich?“, hatte Patrick (berechtigte) Zweifel daran, ob ich es selbst ohne Hund auf dem Schlitten nach unten schaffen würde, also blieb Lilly bei ihm an der Leine. Die Kids in Sichtweite voraus, dann ich und dann das Gespann Patrick und Lilly hinterher.

Es besteht kein Zweifel, dass Lilly und Patrick mit Abstand den meisten Spaß auf der Tour nach unten hatten. Lilly durfte endlich mal an der Leine ziehen und rannte freudig neben oder vor dem Schlitten her: Patrick war der einzige der auch an flachen Stellen nicht aufstehen und ziehen musste, da die beiden so viel Schwung hatten, dass ihn Lilly locker über das flache Stück zog. Ein gut sitzendes Geschirr ist hier ein Muss, falls ihr das selbst mit Eurem Hund mal ausprobieren wollt. Wir hatten Glück, dass Lilly so schnell Vertrauen und Spaß an der Sache hatte, falls das bei Eurem Hund nicht der Fall ist, lasst ihm bitte die Zeit die er braucht und zur Not gehts dann halt doch zu Fuss wieder runter. Womit ich von Beginn an eigentlich fest gerechnet hatte…

 

Unsere Rettungsaktion & die Auto-Panne

Zum Ende unseres Urlaubs, wurde es dann einen Tag vor Abreise noch mal richtig abenteuerlich! Wir waren gerade auf dem Heimweg zur Pension, also uns ein Dackel vor das Auto lief. Er lief nicht ins Auto, aber vor uns auf der Strasse und wir waren nicht das einzige Auto, das ihm ausweichen musste. Als wir weit und breit weder Herrchen noch Frauchen sichten konnten, hielten wir an und mit Lilly´s Leine bewaffnet rannte ich dem Dackel hinterher, während Patrick mir mit dem Auto Rückendeckung gab und die anderen Autos zum langsam fahren zwang. Eine Langläuferin war ebenso auf den verlorenen Hund aufmerksam geworden und zeigte mir, dass er eben rechts in eine Hofeinfahrt abgebogen war. Dort näherte ich mich der Dackel-Dame vorsichtig, lockte sie mit ein paar Leckerli zu mir und konnte schnell feststellen, dass die alte Dame freundlich war. Also leinte ich sie an und begab mich auf die Suche nach dem Besitzer. Während ich von Haus zu Haus lief und klingelte, wartete Patrick am Straßenrand und stellte dabei fest, dass unser Auto qualmte. Der Unterboden hing auf die Straße… dazu aber gleich mehr. Zurück zur Dackel-Dame, die bereitwillig und ganz entspannt neben mir her lief. Ich war schon auf dem Weg zum Bäcker, mit der Idee dass man den Hund und seinen Besitzer dort bestimmt kennen würde, als mir ein Herr der gerade aus der Haustür kam sagen konnte dass er den Hund kenne und dass er in die Pension gegenüber gehörte. Als ich dort ankam freute sich eine ältere Dame nur mäßig über die Rückkehr der Dackel-Dame. Sie hatte ihr Verschwinden noch nicht mal bemerkt und war etwas überrascht als ich mir ihr in der Tür stand.

Zurück am Auto, teilte Patrick mir mit, dass wir weiter als bis zur Pension mit unserem Auto wohl nicht mehr kommen würden. Mist. Ein Tag vor unserer geplanten Abreise an einem Freitag Abend und am nächsten Tag war Feiertag. Das konnte ja noch lustig werden. Ein paar Stunden später kam ein Abschlepper und schaute sich den Schaden erstmal an. Wir hatten riesig Glück, dass er den Schaden vor Ort, zumindest provisorisch, reparieren konnte. Denn die Wahrscheinlichkeit, dass wir einen Mietwagen bekommen hätten, der so groß ist, dass er das Volumen der Dachbox hätte ausgleichen können, war doch eher unwahrscheinlich. Im Geiste sahen wir uns schon zu fünft in einem Fiat sitzen, und das Gepäck zwei Meter hoch auf dem Dach angebunden…

 

Wir hatten viel Glück und eine tolle Zeit in Leutasch! 
Wir kommen ganz bestimmt wieder und können Euch die Gegend für einen Familienurlaub mit Hund sehr empfehlen!

Kennt ihr Leutasch? Habt ich noch Tipps? Schreibt sie gerne in die Kommentare!

 

 

 

 

 

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