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Wasserrute: was ist das & was hilft?

Lilly ist fast mehr Fisch als Hund, so sehr liebt sie das Wasser! Meine kleine Wasserratte hatte nun nach über 5 Jahren wildem Wasserspaß, das erste Mal eine Wasserrute. Eine sehr schmerzhafte Erfahrung, die wir niemandem Wünschen! 

In diesem Artikel möchte ich zusammenfassen, was ich über die Wasserrute gelernt habe, was das genau ist, an welchen Symptomen man diese erkennt, wie man sie behandelt und was man vorbeugend tun kann. 

Was ist eine Wasserrute? 

Eine Wasserrute, auch Hammelschwanzgenannt, ist eine Erkrankung, die beim Hund zu starken Schmerzen an der Rute führt, so dass er nicht mehr damit wedelt. Was genau eine Wasserrute ist, ist nicht vollständig erforscht, genauso wenig wodurch sie ausgelöst wird. Als Ursache wird eine Minderdurchblutung der Rute, eine Stauchung der Schwanzwirbelgelenke oder auch einer Entzündung zwischen den Wirbeln vermutet. Als Auslöser vermutet man eine starke Belastung der Rute in kaltem Wasser. Die meisten Hundebesitzer berichten davon, dass der Hund in (meist kaltem) Wasser war, bevor er Symptome gezeigt hat. Eine eingeschränkte Bewegungsmöglichkeit, wie z.B. bei längeren Fahrten im Auto, können aber ebenfalls zur einer Wasserrute führen.

Bei Lilly kam es zur Wasserrute, nachdem wir wenige Stunden zuvor am See waren und Lilly für ca. 20 Minuten im flachen Wasser (erfolglos) Fische gejagt hatte. Sie war bis zum Bauch im Wasser und wedelte während der ganzen Zeit sehr aufgeregt mit der Rute. 

Symptome einer Wasserrute:

Der Hund wedelt nicht mehr mit der Rute und zeigt dort Schmerzen, indem er daran schleckt und sich seitlich hinsetzt, um die Rute nicht belasten zu müssen (Welpensitz). Der Ansatz der Rute ist waagrecht vom Körper gestreckt, während der Rest schlaff herunterhängt. Der Schwanzansatz ist geschwollen und besonders schmerzempfindlich.

Lilly begann am Abend sich verstärkt am Rutenansatz zu lecken und der Weg bis mir klar war, dass sie eine Wasserrute hat, war etwas länger als nötig, da ich beim ersten Betrachten der Rute eine Zecke fand. Ich entfernte sie und dachte, dass es das war, was sie gestört hatte. Als sie dann aber weiter an ihrer Rute schleckte, begann ich erneut diese zu untersuchen. Als sie aufsprang und sogar nach mir schnappte vor Schmerzen, als ich die Rute anhob um ihre Analdrüsen zu prüfen, war ich mir sicher, dass diese entzündet sind. Lilly hat noch nie nach mir geschnappt und ich konnte nur erahnen wie groß ihr Schmerz sein musste. Erst 2 Stunden später, sah ich wie Lill’s Rute nach unten hing und erst dann war mir klar, dass es sich um eine Wasserrute handelte. Lilly hatte so großen Schmerz gezeigt, als ich an ihre Analdrüsen ran bin, weil ich um das zu tun, ihre Rute nach oben gehoben hatte. Dass alles passierte am Samstagabend, und erst am Montag konnte der Tierarzt meine Diagnose bestätigen. 

Wäre ich mir mit meiner Diagnose nicht so sicher gewesen, hätte ich am Samstag Abend das AGILA Notfall-Telefon anrufen können, um erste Hilfe zu bekommen. 

Das AGILA Notfall-Telefon hilft jedem Hundebesitzer, auch wenn der Hund dort nicht versichert ist! Erreichbar montags bis freitags von 18:00 bis 08:00 Uhr sowie am Wochenende und an Feiertagen ganztags. Nummer speichern und im Notfall Hilfe bekommen: +49 (0) 511 712 80 697

Behandlung & Schmerzlinderung, wenn der Hund eine Wasserrute hat:

Die klassische Behandlung besteht aus entzündungshemmenden Schmerzmitteln und ein paar Tagen Schonung durch wenig Bewegung. Wärme tut den meisten Hund zudem gut und unterstützt die Heilung. 

Lilly konnte ich am Sonntagmorgen eine Schmerztablette geben, welche ich von einer Freundin besorgen konnte. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt leider keine zuhause. Zudem wärmte ich die Stelle mit einer Rotlichtlampe, solange es Lilly zuließ. Das tat sie für länger als ich erwartet hatte. Die Wärme tat ihr sichtlich gut. Alternativ kann man ein warmes (nicht heißes) Kirschkernkissen oder eine Wärmflasche vorsichtig an die Rute legen. 

Als homöopathische Unterstützung, bekam Lilly Rhus Toxicodendron D12. Für 1 Stunde alle 15 Minuten, die zweite Stunde alle 30 Minuten, dann stündlich bis es ihr besserging. Ein Tipp den ich mehrfach von euch auf Instagram erhalten hatte und zum Glück auch zuhause hatte und in Zukunft mit in Lill’s Reiseapotheke haben werde.

Die Spaziergänge beschränkten wir für 2 Tage auf das nötigste, Lilly hatte sichtlich Schmerzen beim Kot absetzen, da sie dazu die Rute heben musste. Am ersten Tag verkniff sie es sich sogar komplett. Nach zwei Tagen wedelte dann das Schwänzchen wieder ein bisschen und nach 4 Tagen war sie wieder ganz die Alte.

Behandlung | Zusammenfassung:

  • Schmerztablette (Verschreibungspflichtig vom Tierarzt)
  • und/oder Rhus Toxicodendron D12 (Homöopathie)
  • Wärme (Rotlichtlampe, Kirschkernkissen, Wärmflasche)
  • Ruhe (Spaziergänge auf das Minimum beschränken)

Die Wasserrute vorbeugen:

Das ist leider nur bedingt möglich, da nicht genau klar ist, was sie auslöst. Es ist aber ratsam den Hund vor allem im und nach dem Baden nicht auskühlen zu lassen, indem man ihn mit einem Handtuch gut trocken rubbelt und in einem Hundebademantel trocknen lässt. Der Hundebademantel sollte dabei nie länger als 20-30 Minuten getragen werden, da er sich mit dem Wasser aus dem Fell vollzieht und den Hund dann wieder auskühlen kann. 

Ich werde in Zukunft darauf achten, dass sich Lilly vor allem im halbhohen / flachen Wasser nicht zu lange so aufgeregt aufhält. Das Wedeln aufgrund der Aufregung durch die Fische und das kalte Wasser waren bei ihr sicherlich der Auslöser. 

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