Gesundheit & Pflege Lilly

Welche Impfungen braucht mein Hund wirklich? (Und welche besser nicht) 1/2

Im Oktober flatterte eine Postkarte meiner Tierarztpraxis ins Haus, mit dem freundlichen Hinweis „Es ist Zeit für die Impfung und jährliche Vorsorgeuntersuchung Ihres Hundes. Bitte kontaktieren Sie uns für einen Impftermin.“ Weiter steht auf der Karte: „Schützen Sie Ihren Hund vor Infektionskrankheiten durch regelmäßige und rechtzeitige Impfungen. Haben Sie Fragen? Wir sind gerne für Sie da!“  Absender ist zwar meine Tierarztpraxis, die Karte trägt jedoch das Logo der „MSD Tiergesundheit“ (ein Impfstoffhersteller).

Das ganze Thema mit dem Impfen ist für mich schon lange sehr intransparent. Ein Blick in Lill`s Impfpass gibt mir kaum Informationen über das, was da geimpft wurde. Sicher auch weil ein großer Teil auf Griechisch und Englisch eingetragen ist, da ich mit Lilly in Griechenland gelebt habe.

Die letzten Impfungen in Griechenland bekam Lilly vor unserem Flug nach Deutschland. Ohne diese hätten wir nicht Reisen dürfen. Ich erinnere mich noch sehr genau daran, dass der Tierarzt mir sagte, dass die Impfungen viel länger schützen als angegeben und ich die nächsten Impfungen ruhig auch 6 Monate später als angegeben machen lassen könnte. Das entspannte mich damals, hatte dann später in Deutschland aber zur Folge, dass beim Tierarzt bei einer Impfung eine erneute Grundimmunisierung durchgeführt wurde. Die bestehende Impfung sei abgelaufen, eine Auffrischungsimpfung hätte keine ausreichende Wirkung. Richtig wirr wurde das Ganze, als ich den Tierarzt bat, mir genau zu erklären gegen was Lilly bereits geimpft wurde und welche Impfungen nun zum einen wirklich notwendig seien, und zum anderen welche Impfungen er mir darüber hinaus empfehlen würde und warum. Er scheiterte an meiner ersten Frage, gegen was Lilly bereits geimpft sei, denn die in Lill`s Impfpass eingetragenen Impfstoffe waren ihm nicht alle bekannt. Erstmal nicht schlimm, sicher gibt es in Griechenland andere Impfstoffe als die in Deutschland gängigen, aber mich wunderte schon, dass er dann trotzdem erneut Impfen wollte, obwohl er den Impfstoff und dessen Schutzzeit gar nicht kannte. Er erläuterte mir dann seine Impfempfehlung und aus lauter Unsicherheit, da ich mich mit dem Thema einfach nicht auskannte, bekam Lilly sämtliche Impfungen zu denen er mir riet. Ich fühlte mich damit besser, als das Risiko einzugehen, mit einem gefährlichen Halbwissen Lilly unnötigen Risiken auszusetzen. Ich nahm mir vor, das ganze Thema ausführlich zu recherchieren und als die Postkarte ins Haus flatterte, bekam ich die Erinnerung genau das zu tun. Hier sind nun meine Erkenntnisse aus meinen Recherchen, in denen ihr auch erfahrt, wie ich nun zu den einzelnen Impfungen stehe und was ich für wirklich notwendig halte.

Nachdem ich zahlreiche Artikel auf verschiedenen Websites und Blogs gelesen hatte, in denen immer wieder das gleiche über Core- und Non-Core (Pflicht- und Wahl-) Impfungen erzählt wird, fand ich die Bestätigung all dieser Informationen auf der Website des Paul-Erich-Instituts, auf welches in vielen Artikeln verwiesen wird. Das ist das Bundesinstitut für Impfungen und biomedizinische Arzneimittel. In Deutschland ist das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) für die Prüfung klinischer Studien im Bereich der Impfstoffe und biomedizinischen Arzneimittel zuständig. Die Wirkungsdauer wird nach meinem Verständnis (nach umfassender Recherche) jedoch von den Pharmaunternehmen selbst angegeben, auf welche das Paul-Erich-Institut dann verweist und welche Tierärzte in der Packungsbeilage lesen können. Das Paul-Erich-Institut prüft also lediglich, ob der Impfstoff zugelassen werden kann, nicht aber deren Wirkungsdauer. Es findet also lt. meiner Recherche keine unabhängige Prüfung der Wirkungsdauer statt. Es überrascht mich darum nicht, dass es unabhängige Studien gibt, die eine 7- bis 14-jährige Wirkung verschiedener Impfstoffe belegen, obwohl diese lt. Hersteller nur 1-3 Jahre wirken. Die meisten Tierärzte glauben den Herstellern, aber wem sollen wir glauben, wenn doch so viel Geld im Spiel ist?

Als Gegenargument aus der Pharmaindustrie heißt es hier und da, dass diese mehr an einem erkrankten Tier, als an einem gesunden (nur geimpften) Tier verdienen würden. Da stellt sich aber für mich die Frage, ob da nicht doch mehr an dem Tollwut-Impfstoff verdient wird, als mit der Krankheit selbst, denn diese gibt es offiziell seit 2008 in Deutschland gar nicht mehr. Da ist dann ja doch mehr an den Impfungen verdient oder? Im Buch von Dr. med. vet. Jutta Ziegler lese ich, dass sich 70% aller Tierärzte ohne die Impfungen kaum über Wasser halten könnten. Spätestens nach dem Lesen ihres Buches, habe ich sehr viele Fragezeichen in Bezug auf die Sinnhaftigkeit der jährlichen Impfungen. Sie ist klare Gegnerin der Impfungen und argumentiert dies sehr fachlich und fundiert. Ich möchte ihr sofort Recht geben und Lilly nie wieder impfen lassen, widme mich für meine Entscheidung aber weiterhin den Fakten, die ich finden kann. Diese bringen mich auch zu der Erkenntnis, und es ist mir wichtig, dass in diesem Artikel zu erwähnen, dass wir mit Impfungen schon sehr viele Krankheiten ganz oder fast ausrotten konnten. Impfungen selbst sind etwas sehr Gutes und helfen auf der ganzen Welt Krankheiten zu reduzieren, oder teilweise sogar ganz zu bekämpfen. Für mich ist darum nicht in Frage gestellt, ob Impfungen gut oder schlecht sind, sondern welche ich für meinen Hund wirklich brauche und bei welchen Impfungen die Risiken und Nebenwirkungen höher sind, also das Risiko, dass der Hund tatsächlich daran erkrankt. Beim abwägen gilt es auch die Größe des Hundes zu berücksichtigen, denn die Impfmenge ist immer die gleiche und das Risiko von Nebenwirkungen liegt bei einem kleinen Hund daher wesentlich höher, als bei einem großen Hund.

 

Was sind die Risiken einer Impfung?

Jede Impfung schwächt das Immunsystem und ist mit Risiken und Nebenwirkungen verbunden. Bei Hunden sind Nierenschäden eine Nebenwirkung, die vor allem bei älteren Hunden bis zum Tod führen können. Grund dafür ist das in manchen Impfstoffen enthaltene Thiemersal, eine hochgradig toxische Quecksilberverbindung, die das Nervensystem schädigen kann. Die Nieren haben mitunter die Aufgabe, giftige Substanzen aus dem Körper zu filtern. Ist der Hund zu alt oder geschwächt, kann eine Impfung die Nieren überfordern und zu Schäden führen.

Auch Aluminiumhydroxid ist ein in manchen Impfungen enthaltenes Nervengift und kann unter anderem an der Einstichstelle zu Gewebeveränderungen führen, was vor allem bei Katzen häufig zu Granulomen bzw. Sarkomen (ein bösartiger Tumor) führt. Dr. met. Vet. Jutta Ziegler schreibt in Ihrem Buch, dass aufgrund der bei Katzen auftretenden Sarkome, mittlerweile nicht mehr am Nacken, sondern am Bein gespritzt wird, da dieses amputiert werden kann, während es am Nacken kaum vollständig zu entfernen ist. Weiter werden die immer häufiger auftretenden Autoimmunerkrankungen bei Hunden mit einer durch die Impfung hervorgerufenen Immunsuppression in Verbindung gebracht.

Für mich steht als erstes Fazit fest, jede Krankheit gegen die geimpft werden soll, muss gefährlicher als die Nebenwirkungen sein, und die Häufigkeit der Impfung muss auf ein Mindestmaß beschränkt werden.


Nachfolgend das Ergebnis zu den einzelnen Impfungen für Hunde. Beginnen wir mit den sogenannten „Core-Impfungen“.

Teil 1: Pflichtimpfstoffe (Core-Vakzinen) und
Teil 2: Wahlimpfstoffe (Non-Core-Vakzinen) 

 

Core-Impfungen:

Tollwut:

Tollwut endet in den meisten Fällen tödlich. Der letzte Tollwutfall bei einem Wildtier wurde in Deutschland 2006 dokumentiert. 2007 gab es noch einen Fall von einem Menschen, der wurde jedoch nicht in Deutschland, sondern in Marokko von einem Hund gebissen.4) Lediglich die Fledermaus-Tollwut ist in nördlichen Teilen Deutschlands noch zu finden.4) 2008 wurde Deutschland als tollwutfrei erklärt. Es gibt viele weitere Länder, die als tollwutfrei gelten. Eine Impflicht für in Deutschland lebende Tiere gibt es nicht. Lediglich eine Impflicht bei Reisen ins Ausland, auch wenn diese ebenfalls tollwutfrei sind.

Tollwut kann aber natürlich auch in Deutschland wieder vorkommen. Erst 2011 hat es ein infizierter Welpe unkontrolliert nach Deutschland geschafft. Auch Lilly hat es als Welpe lt. ihrem Impfpass ungeimpft über die Grenze nach Griechenland geschafft und theoretisch andere Tiere und Menschen mit Tollwut anstecken können. Ein Tier das unter Tollwutverdacht steht, kann in eine 6-monatige Quarantäne gesteckt oder auch eingeschläfert werden. Die Entscheidung obliegt dem Amtsarzt, welcher auch einen Tollwutverdacht aussprechen kann, wenn ein Mensch von einem ungeimpften Hunde gebissen wird.

  • In der Leitlinie des deutschen Tierärzteverbandes (bpt)2), die auf die MSD Tiergesundheit verweist, welche Absender meiner Erinnerungs-Postkarte ist, wird eine Auffrischung alle 2-3 Jahre empfohlen, abhängig vom Impfstoff, mit der Anmerkung: „Gegen Tollwut geimpfte Tiere sind nach der Tollwutverordnung bei Kontakt mit seuchenverdächtigen Tieren bessergestellt (Details s. Fachinformationen und Tollwut-VO).“
  • Auf der Website des Paul-Erich-Instituts3) finde ich eine Liste mit Wirkungsdauern je nach Hersteller des Impfstoffes, welche zwischen 1-3 Jahren liegen.
  • Die US-Hundeimpfrichtlinien4) von 2003 enthalten eine Tabelle, lt. der der Tollwutschutz mindestens 3 Jahre anhält.

In einer aktuellen Studie1) wurden Tollwutantikörper im Blut einer kleinen Gruppe von Menschen untersucht, deren letzte Tollwutimpfung bereits 14 Jahre zurücklag. „Bei allen untersuchten Personen fand sich ein Antikörperspiegel, der deutlich im protektiven (schützenden) Bereich lag.“ Diese Studie lässt sich natürlich nicht 1 zu 1 auf Tiere übertragen, lässt aber durchaus den Rückschluss zu, dass es sich bei Tieren ähnlich verhalten könnte.

Ein Blick in Lill`s Impfass zeigt mir, Lilly wurde in ihren 5 Lebensjahren bereits 3 Mal gegen Tollwut geimpft. Am 01.12.2015 (Impfstoff Vanguard R), am 15.02.2016 (Impfstoff Rabisin) und am 13.09.2018 (Impfstoff Nobiac T). Die nächste fällige Impfung ist für den 03.09.2021 vermerkt.

Die 3-malige Impfung kann je nach Impfstoff zur Grundimmunisierung gehören und erst danach ist der Turnus im Abstand von 3 Jahren angedacht, daher ist es nicht unbedingt ungewöhnlich, dass Lilly mit 5 Jahren 3x gegen Tollwut geimpft worden ist – allerdings ist der Turnus der Impfungen fragwürdig.

Was mir dabei auffällt, ist dass sie erst in Griechenland gegen Tollwut geimpft wurde, aber eigentlich hätte sie ohne die Impfung nicht nach Griechenland einreisen dürfen. Ihr Geburtsland ist Slovenien. Gegen Tollwut darf man erst ab der 12. Lebenswoche impfen. Dr. med. vet. Jutta Ziegler empfiehlt die Tollwut-Impfung erst ab dem 6. Monat und vor allem erst nach dem Zahnwechsel. Auch jetzt erst fällt mir der Stempel des Tierarztes auf, der mir Rückschlüsse zu Lill`s Herkunft gibt, welche mir bis auf das Land, vollkommen unbekannt ist. Dem werde ich mal noch weiter nachgehen, aber zurück zum Thema.

In Griechenland gab es 2012 nach 25 Jahren wieder einen Tollwutfall7), das Land gilt aber nicht als Risikogebiet und Tollwut kommt dort nur im Norden des Landes vor, was aber auch dort als sehr selten gilt. 95 Prozent der Tollwutfälle treten in ländlichen Gebieten in Afrika und Asien auf. Unter anderem auch in der Türkei, Ägypten, Tunesien, Bali, Mexiko und Südafrika.6) Deutschland gilt seit 2008 als tollwutfrei. Außer dem einen Mal, als ich mit Lilly von Griechenland nach Deutschland geflogen bin, war sie also keiner Tollwutgefahr ausgesetzt und damit wäre maximal eine Impfung nötig gewesen.

Für mich steht fest, solange ich mit Lilly nicht in ein anderes Land reise, wofür die Tollwut-Impfung Pflicht ist, bekommt sie keine weitere. Einfach weil ich kein Risiko erkennen kann, während wir in einem tollwutfreien Land leben und auch weil es bereits Studien gibt, die einen lebenslangen Schutz nach der Grundimmunisierung festgestellt haben. Was mir dabei bewusst ist, ist das Risiko dass ohne Schutz ein Amtsarzt einen Tollwutverdacht aussprechen kann, wenn Lilly einen Menschen beißen würde.


 

Parvovirose „Hundeseuche“

Diese bakterielle Krankheit zeigt sich im Wesentlichen durch blutigen Durchfall, Fieber und Erbrechen. Sie kommt relativ häufig vor und ist vor allem für Welpen, Jungtiere und ältere bzw. geschwächte Hunde besonders gefährlich. Die Ansteckung erfolgt meistens durch den infizierten Kot von anderen Tieren an.

Bei einer frühzeitigen Diagnose und Behandlung, hat der Hund gute Heilungschancen. Nur 10% der Hunde zeigen überhaupt Symptome.16) Der Rest zeigt keine Beschwerden, scheidet die Erreger aber über den Kot aus und bilden Antikörper gegen die Parvoviren. Durch die Antikörper die der Hund selbst bildet, ist er ungefähr zwei Jahre gegen eine Infektion geschützt.16)

Welpen sind zu Beginn durch die in der Muttermilch vorhandenen Antikörper geschützt. Wie lange dieser Schutz hält, hängt von der Anzahl der in der Muttermilch enthaltenen Antikörper ab und natürlich auch, wie lange ein Welpe von der Mutter gesäugt wird.9)

  • Nach den deutschen Impfempfehlungen für die Kleintierpraxis (bpt) gehört die Impfung gegen die Parvovirose zu den Pflichtimpfungen (Core-Impfung), und wird ab der 4. Lebenswoche empfohlen.8)
  • MSD Tiergesundheit empfiehlt eine Auffrischung alle 3 Jahre.10)
  • Der Tierarztverband empfiehlt eine Auffrischung alle 3 Jahre.2)
  • Der Impfstoffhersteller Nobivac® selbst, empfiehlt die Auffrischung alle 3 Jahre.
  • Die US-Hundeimpfrichtlinien4) von 2003 enthalten eine Tabelle, lt. der der Parvoviroseschutz mindestens 7 Jahre anhält.
  • Unabhängige Belastungstests haben gezeigt, dass die Wirkung mindestens 7 Jahre anhält.11)  Über einen längeren Zeitraum wurde noch nicht getestet. Damit ist fraglich, ob eine Auffrischung überhaupt sein muss. Die Grundimmunisierung (ab 4 Wochen) ist jedoch unbedingt nötig.
  • Nur mein Tierarzt empfiehlt lt. Impfpass die Wiederholung des Kombi-Impfstoffes Nobivac SHPPI nach einem Jahr.

Lilly wurde bereits fünfmal gegen Parvovirosegeimpft wurde. Am 13.09.2014 (Kombi-Impfstoff NOVIAC DhPPI), am 10.10.2014, 01.11.2014, 26.01.2016 (Kombi-Impfstoff VANGUARD CPV-Lepto) und am 13.09.2018 (Kombi-Impfstoff Nobivac SHPPI).

Da es zwei Quellen gibt, die aussagen, dass der Schutz mindestens 7 Jahre anhält, werde ich mir in 2025 erneut Gedanken dazu machen und dann erneut prüfen, ob es weitere Studien gibt, die vielleicht sogar den lebenslangen Schutz belegen. Bis dahin wird Lilly keine weitere Parvovirose-Impfung erhalten, zumal sie auch kein Junghund mehr ist und damit die Krankheit für sie weniger gefährlich ist. Die Grundimmunisierung für Welpen halte ich nach meiner Recherche für sinnvoll.



Staupe

Staupe ist eine virale Infektion die in verschiedenen Formen auftreten kann. Symptome sind Nasen-, Augenausfluss, Lungenentzündung und Durchfall. Bei einer Staupe-Erkrankung können die Organe und das zentrale Nervensystem vom Virus befallen werden und es zeigen sich oft auch neurologische Symptome wie die Verhärtung der Pfotenballen und des Nasenspiegels, aber auch Bewegungsstörungen und Lähmungen.

Staupe selbst kann nicht geheilt werden, vielmehr werden die Sekundärinfektionen i.d.R. mit der mehrwöchigen Gabe von Antibiotika behandelt. Bei einer milden Form der Staupe besteht keine Lebensgefahr, bei schweren Krankheitsverläufen kann die Krankheit aber auch (vor allem bei Welpen) zum Tod führen.

  • In England wurde nachgewiesen, dass auch der Schutz der Grundimmunisierung gegen Staupe mindestens 7 Jahre, wahrscheinlich sogar lebenslänglich anhält. 11) Länger als 7 Jahre wurde nicht getestet. Ähnlich wie die menschlichen Masern-Viren, gegen die wir nur einmal eine Grundimmunisierung erhalten, welche uns dann lebenslang schützt.
  • Nach den deutschen Impfempfehlungen für die Kleintierpraxis (bpt) gehört die Impfung gegen die Staupe zu den Pflichtimpfungen (Core-Impfung) und wird ab der 8. Lebenswoche empfohlen.8)
  • MDS Tiergesundheit empfiehlt eine Auffrischung alle 3 Jahre, sofern man einen Impfstoff von MSD Tiergesundheit verwendet.12)
  • Der Tierarztverband empfiehlt eine Auffrischung alle 3 Jahre. 2)
  • Der Impfstoffhersteller Nobivac® selbst, empfiehlt die Auffrischung alle 3 Jahre.15)
  • Die US-Hundeimpfrichtlinien4) von 2003 enthalten eine Tabelle, lt. der der Auffrischung mindestens 7 Jahre anhält.

Lilly wurde bisher wie folgt gegen Staupe geimpft: 13.09.2014 (Kombi-Impfstoff NOVIAC DhPPI), am 10.10.2014, 01.11.2014 und  26.01.2016 (Kombi-Impfstoff ZOETIS Vanguard DA2Pi) und zuletzt am 13.09.2018 (Kombi-Impfstoff Nobivac SHPPI). Und entgegen aller oben genannten Empfehlungen, empfiehlt mein Tierarzt lt. Impfpass die Wiederholung des Kombi-Impfstoffes Nobivac SHPPI nach einem Jahr, was am 23.09.2019 gewesen wäre.

Da mehrere Quellen und Studien aufzeigen, dass der Staupe-Schutz mindestens 7 Jahre besteht, wenn nicht sogar lebenslang und eine Wiederholungsimpfung den Schutz nicht erhöht, werde ich diese Impfung von meiner Liste streichen.

 


TIPP: TITERTEST

Wer ganz sicher sein möchte, kann nach 3 Jahren auch einen Titertest machen lassen. Das ist ein Test, welcher beim Tierarzt durchgeführt werden kann, der zeigt, ob noch genügend Schutz besteht oder nicht. Dieser Test kann auch für andere Impfungen durchgeführt werden.


 

Leptospirose

Leptospirose ist eine bakterielle Erkrankung, welche in leichten Fällen eher als harmlos gilt, in schweren Fällen jedoch zu Nieren- und Leberschäden führen und auch tödlich sein kann. Typische Symptome sind Erbrechen, Bauchschmerzen und Fieber. Übertragen wird sie vor allem über den Urin und Kot von anderen Hunden, aber auch über den Urin von Nagetieren.

Die Krankheit kann auch auf den Menschen übertragen werden. Menschen stecken sich selten an Hunden, sondern eher durch den Urin von Nagetieren an Gewässern an.

Die Impfung gegen Leptospirose zählt wohl zu einer der meist umstrittensten. Zum einen, weil die Impfung die stärksten Nebenwirkungen wie Überreaktionen des Immunsystems und unter anderem auch Hirnschäden aufzeigt, aber zum Anderen auch, weil sich wie bei vielen anderen bakteriellen Krankheiten, die Arten der Bakterien ständig verändert und Leptospirose sehr häufig auch bei geimpften Hunden auftritt. Aktuell kann nur gegen vier Arten geimpft werden, wovon zwei schon seit sehr langer Zeit gar nicht mehr auftreten. Mit der Leptospirose-Impfung verhält es sich ähnlich wie bei einer Grippeimpfung für Menschen. Ein 100%-iger Schutz ist nicht möglich und der Schaden dabei größer als der Nutzen.

  • Nach den deutschen Impfempfehlungen für die Kleintierpraxis gehört die Impfung gegen die Leptospirose zu den Pflichtimpfungen (Core-Impfung) und wird ab der 8. Lebenswoche empfohlen.8)
  • MSD Tiergesundheit empfiehlt eine jährliche Auffrischung.13)
  • Der Tierarztverband empfiehlt eine jährliche Auffrischung, weist aber auch auf die ansteigende Zahl an Fällen mit Nebenwirkungen hin.2)
  • Der Impfstoffhersteller Nobivac® selbst empfiehlt ebenfalls eine jährliche Auffrischung.15)
  • In den USA werden nur Hunde geimpft, die einem hohen Übertragungsrisiko durch den Kontakt mit Wildtieren ausgesetzt sind.

Etwas nervös, wage ich nun den Blick ins Lill`s Impfpass …

Lilly wurde am 10.10.2014, 01.11.2014, 26.01.2016 (Kombi-Impfstoff VANGUARD CPV-Lepto), sowie am 13.09.2018 und 01.10.2018 (Impfstoff Nobivac L4) gegen Leptospirose geimpft.

Eine weitere Leptospirose-Impfung wird Lilly nicht erhalten. Wie gesagt, der mögliche Schaden ist hier größer als der Nutzen, und zudem ist ein 100%-iger Schutz gar nicht möglich.

 


Hepatitis (HCC)

HCC ist eine ansteckende Leberentzündung, welche meistens einen tödlichen Verlauf nimmt. Fieber, Erbrechen, Durchfall, Blutungen, neurologische Störungen und oft auch Gelbsucht, gehören zu den Symptomen. Die Krankheit kommt aufgrund des jahreslangen Impfschutzes kaum noch vor.

  • Nach den deutschen Impfempfehlungen für die Kleintierpraxis gehört die Impfung gegen Hepatitis zu den Pflichtimpfungen (Core-Impfung) und wird ab der 8. Lebenswoche empfohlen.8)
  • Der Tierarztverband2), MSD Tiergesundheit und der Impfstoffhersteller Nobivac® selbst, empfehlen die Auffrischung alle drei Jahre.15)
  • Die US-Hundeimpfrichtlinien4) von 2003 enthalten eine Tabelle, lt. der der Hepatitisschutz mindestens 7 Jahre anhält. US-Untersuchungen haben einen Schutz von mind. 9 Jahren gezeigt.

Diese Impfung gibt es derzeit nur als Kombi-Impfstoff. Lilly wurde am 13.09.2014 (Kombi-Impfstoff NOVIAC DhPPI), am 10.10.2014, 01.11.2014 und 26.01.2016 (Kombi-Impfstoff ZOETIS Vanguard DA2Pi) und zuletzt am 13.09.2018 (Kombi-Impfstoff Nobivac SHPPI) gegen HCC geimpft.

Da es Quellen gibt, die zeigen, dass der Schutz länger als 3 Jahre anhält, werde ich einen Titertest machen lassen und Lilly nur dann erneut impfen, wenn sie keinen ausreichenden Schutz mehr hat. 


 

Mein Fazit zu den empfohlenen Core-Impfungen

Hinweis: Das Fazit stellt meine persönliche Meinung dar und ist keine allgemeine Handlungsempfehlung!  

Tollwut
Keine Grundimmunisierung nötig, da Deutschland tollwutfrei ist. Diese Impfung macht für mich nur dann Sinn (und ist dann auch vorgeschrieben), wenn der Hund in ein anderes Land reist. Lilly wird nur dann nochmal eine Tollwut-Impfung erhalten, wenn es durch eine Reise ins Ausland notwendig ist. Das Risiko, dass Lilly einen Menschen beißt und dann ein Amtsarzt einen Tollwutverdacht ausspricht, nehme ich in Kauf, da ich persönlich diesen Fall für sehr unwahrscheinlich halte.

Leptospirose
Auf diese Impfung werde ich ab sofort komplett verzichten, da ein 100%-iger Schutz nicht möglich ist, immer mehr geimpfte Hunde erkranken und das Risiko für Impfschäden sehr hoch ist.

Parvavirose, Staupe und Hepatitis (HCC)
Eine Grundimmunisierung halte ich für sinnvoll.

Eine Auffrischung der Impfung würde ich nur nach einem negativen Titertest machen, der zeigt, dass kein ausreichender Schutz mehr vorhanden ist. Den Titertest werde ich 3 Jahre nach der letzten Impfung durchführen lassen, was der empfohlene Auffrischungstermin wäre.

Tierarzt:
Wechseln, wenn dieser eine Impfung häufiger als der Hersteller empfiehlt und den Grund für eine Impfung nicht sachlich erklären kann. Ein Tierarzt, der mir versucht Angst oder ein schlechtes Gewissen einzureden, damit ich möglichst viele Impfungen durchführen lasse, hat in meinen Augen ein größeres Interesse an seinem Kontostand, und weniger am Wohlbefinden meines Hundes.

 

Im 2. Teil gehe ich auf die Non-Core (Wahl-) Impfungen ein.
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Dieser Artikel wurde inhaltlich von einer Tierärztin überprüft. 

Mir ist bewusst, dass das Thema „Impfen“ ein sehr kontrovers diskutiertes Thema ist. Mein Ziel mit diesem Artikel war nicht, mich auf die eine oder andere Seite zu stellen, sondern mir mit meiner Recherche ein eigenes Bild über das Thema zu machen. Das Bild, welches für mich dabei entstanden ist, teile ich hier mit euch. Sehr gerne nehme ich sachliche Hinweise und konstruktive Kritik zum Inhalt an, und ergänze oder korrigiere den Artikel, sollten sich für mich neue Erkenntnisse daraus erschließen. 

 

 


Quellen:

1) http://www.gesundes-reisen.eu/print_artikel_details.php?contentType=3&themaID=61
2) https://m.tieraerzteverband.de/bpt/berufspolitik/Impfkommission/stiko-vet_empfehlungen-mitteilungen.php?redirectResize=1
3) https://www.pei.de/SharedDocs/Downloads/DE/arzneimittel/immunitaetsdauer-tollwutimpfstoffe-veterinaer.pdf?__blob=publicationFile&v=4
4) https://www.zentrum-der-gesundheit.de/impfungen-tiere-ia.html
5) https://www.tiermedizinportal.de/medikamente/nobivac/385438
6) https://www.reisereporter.de/artikel/6365-tollwut-in-diesen-laendern-ist-die-gefahr-am-groessten-urlauber-stirbt-nach-katzenbiss-in-marokko
7) https://www.griechenland-blog.gr/2012/12/zunahme-der-tollwut-faelle-in-griechenland/10601/
8) http://www.impfung-hund.de/infektionskrankheiten/parvovirose.asp
9) https://www.idt-tiergesundheit.de/tierhalter/hund/krankheitsbilder/parvovirose/
10) http://www.impfung-hund.de/infektionskrankheiten/parvovirose.asp
11) Buch Dr. vet. Med. Jutta Ziegler „Hunde würden länger leben wenn…“
12) http://www.impfung-hund.de/infektionskrankheiten/staupe.asp
13) http://www.impfung-hund.de/infektionskrankheiten/leptospirose.asp
14) http://www.impfung-hund.de/infektionskrankheiten/zwingerhusten.asp
15) http://www.impfung-hund.de/infektionskrankheiten/hepatitis_contagiosa_canis.asp
16) https://www.tiermedizinportal.de/tierkrankheiten/hundekrankheiten/hundeseuche-parvovirose-beim-hund/555455

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1 Comment

  • Reply
    Sandra Walther
    14. Dezember 2019 at 11:08 am

    Ich halte es genau so wie du. Gioia wurde als Welpe grundimmunisiert, bekam noch die Tollwutimpfung weil wir ab und zu ins Ausland fahren und fertig. Sie ist heute 3.5 Jahre alt und ich werde so in 1-2 Jahren einen Titertest machen lassen. Lepto werde ich nie mehr impfen da ich das Risiko als nicht all zu gross einschätze (sie trinkt nicht aus Pfützen und hat auch sonst keinen Kontakt mit Wildtieren). Tollwut ist halt Pflicht alle 3 Jahre wenn wir sie mit in die Ferien nehmen. 🙂 Alles andere ja..klar gibt es Tierärzte die mir da immer Angst machen wollen. Aber Gioia hat die Impfungen so schlecht vertragen dass ich ihr nicht mehr als nötig antun will. Und daher denke ich wird sie höchstens noch so mit 6-7 Jahren eine weitere Impfung erhalten und sonst nix mehr. 😀

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