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Beruhigungsmittel Unverträglichkeit bei Hunden | Lill’s erschreckende Reaktion auf Propofol

Auf Instagram hatte ich bereits von Lill’s Notfall Besuch beim Tierarzt berichtet, wollte auf das Thema mit dem Beruhigungsmittel noch mal detaillierter eingehen, denn Lilly hat es nicht vertragen. 

Aber nun erstmal noch mal von vorne. Was ist eigentlich passiert?

Meistens haben wir unsere großen Auftritte beim Tierarzt an Sonntagen. Warum nicht ein bisschen extra Aufregung, weil der Tierarzt erst in die Klinik fahren muss und warum weniger zahlen, wenn man an Sonntag einen Aufschlag haben kann?

Dieses Mal hat Lilly aber ihre eigene Tierarzt-Routine unterbrochen und es noch etwas spannender gemacht. Es war Montag und sowohl Patrick als auch ich, waren beruflich verreist. Lilly war bei meiner Mum, als mein kleiner Staubsauger beim Spaziergang (an der kurzen Leine) auf einen Hühnerknochen stieß. Lilly ist schlau, sie lässt sich ihren Fund nicht anmerken, bis sie ihn direkt vor sich liegen hat und man kann keine Chance mehr hat, sie davon abzuhalten ihn zu schnappen. Das Thema „Giterköder-Training“ ist eine große Baustelle bei uns, die wir noch nicht wirklich im Griff haben. Lilly versteht den Unterschied zwischen Trainingssituation und echten Situationen und verhält sich darin komplett unterschiedlich. Aber zurück zu ihrem jüngsten Hühnerknochenfund. Sie war schnell, verschluckte einen Teil und ein anderer blieb ihr quer zwischen den Zahnreihen im Oberkiefer stecken.

Da sich das Gebiss wie bei uns, auch beim Hund nach vorne verjüngt, war ein herausziehen nach vorne nicht möglich. Der Knochen saß so fest, dass man ihn nur nach hinten hätte schieben können um ihn zu lösen, aber das traute sich meine Mutter und auch ihr Lebenspartner nicht. Beide hatten Sorge, dass sie den Knochen beim Lösen nach hinten verschlucken könnte.

Also ab zum Tierarzt. Dort angekommen, hatte Lilly überhaupt keine Lust mehr sich ins Maul fassen zu lassen und man entschied sich, ihr ein Beruhigungsmittel zu verabreichen. Sie bekam Propofol in Kombination mit Bupre. Das weiß ich heute so genau, da Lilly auf das Beruhigungsmittel gegenteilig reagiert. Statt leicht sediert, wurde sie völlig panisch. Es blieb nichts Anderes als sie mit einem anderen Medikament in Narkose zu legen, um sie von dem Knochen zu befreien. Dabei wurden dann auch festgestellt, dass sie sich zwei scharfe Knochenstücke im Magen befanden.

Der Tierarzt entschied sich jedoch gegen eine OP und empfahl meiner Mutter, dass sie Lilly Sauerkraut füttern sollte. Das funktioniert wie Gras, es schlingt sich um die Knochen und befördert diese dann gut gepolstert nach draußen. 

Bis auf eine immer noch kahle Stelle an Lill’s Bein, welche abrasiert wurde für die Narkose und ein paar Tage Blähungen vom Sauerkraut, hat Lilly das ganze gut überstanden. Für mich heißt es in Zukunft aber ganz genau aufpassen, wenn Lilly Beruhigungsmittel bekommt.

Propofol ist lt. Google das weltweit am häufigsten genutzte Narkosemittel, welches auch zur Sedierung verwendet werden kann. Außer, dass es genau das Medikament ist, an welchem Michael Jackson aufgrund einer Überdosis gestorben ist, konnte ich online dazu auch nichts Ungewöhnliches finden. Auch über Bupre, das in Kombination eingesetzte Schmerzmittel, fand ich online keine negative Berichterstattung. Zumindest solange nicht, bis ich bei Google „+ Hund“  in meiner Suche ergänzte.

Als ich nach „propofol unverträglichkeit hund“ suchte, fand ich Erfahrungsberichte welche in einzelnen Fällen auch tödlich endeten. Hundehalter berichten, dass ihr Hunde gebrüllt und gezappelt haben und völlig in Panik waren. Es entsteht der Eindruck, dass es bei Menschen kaum solche Unverträglichkeiten gibt, während die Propofol Unverträglichkeiten bei Hunden häufiger vorkommen. In einem Forum wurde berichtet, dass es einen Tierarzt gibt, der aufgrund dessen, Propofol überhaupt nicht mehr einsetzt, aber so richtig fundierte Aussagen, finde ich online nicht. Ob es Auffälligkeiten bei der Kombination mit dem Scherzmittel Bupre gibt, kann ich online ebenfalls nicht fundiert auffinden.

Klar, in den Nebenwirkungen wird eine mögliche Unverträglichkeitsreaktion aufgeführt, diese wird durch die Freisetzung des Botenstoffes Histamin ausgelöst, aber was der genaue Grund für Lill’s Unverträglichkeit ist, bleibt für mich unklar.

Für die Narkose wurde ihr dann letztendlich „Valium Ketamin Ompon“ gespritzt und das scheint sie dann auch gut vertragen zu haben.

Nach meiner Recherche bin ich mir sicher, der Tierarzt hat hier keinen Fehler gemacht und Lilly gehört wohl zu einer Gruppe von sehr wenigen Hunden, die mit einer Unverträglichkeit auf Propofol reagieren. Vorher testen lässt sich das übrigens wohl leider nicht.

Was für mich bleibt, ist nun eine sehr nervöse Einstellung zu Beruhigungsmittel. Ich bin ja eh schon kein Fan von Medikamenten und nehme selbst Scherzmittel nur dann ein, wenn ich ohne wirklich nicht mehr kann. Patrick schimpft mich immer und sagt mir ich solle mich doch nicht so quälen, wenn ich auch einfach eine Tablette nehmen könnte, aber auch ich reagiere mit Nebenwirkungen auf die meisten Schmerzmittel. Ich komme in einen total benebelten Zustand wenn ich  Schmerztabletten nehme. Einmal ging es soweit, dass ich nicht mehr laufen konnte. Mir sind einfach die Beine weggesackt. Nicht schön, da halte ich lieber die Schmerzen aus.

Die Risiken einer Narkose sind auch ohne Unverträglichkeit so hoch, das unterschätzen wir immer wieder, weil es so oft gemacht wird, dass es uns schon fast als ein normaler Einsatz vorkommt. Es war Lill’s erste Narkose und ich hoffe es bleibt auch die Letzte. Der letzte Besuch beim Tierarzt wird es wohl sicher nicht gewesen sein, aber ich hoffe das nächste Mal bin ich wieder dabei, denn ich vermute fast, ich hätte den Knochen selbst rausbekommen. Für genau solche Fälle habe ich mit Lilly schon als Welpe geübt, dass sie mich völlig entspannt in ihr Maul fassen lässt. Wer weiß. Beim nächsten Tierarzt Besuch, wäre ich gerne wieder selbst dabei.

Zum Glück sind wir diesmal nur mit einem großen Schrecken davon gekommen! Was geblieben ist, ist „nur“ ein Tierarztrechnung über 200€ und in Gedanken ein weiterer Strich auf der Pro Seite zum Thema Hundekrankenversicherung. Ich hatte für 2017 ja mal ausgerechnet, ob eine Krankenversicherung für Lilly für uns Sinn machen würde und da kamen wir mit den angefallenen Tierarztkosten auf die gleichen, die wir für eine Versicherung gezahlt hätten. Ich befürchte, in 2018 hätten wir mit der Versicherung bereits gespart. Müsste man halt vorher wissen, weiss man aber nicht. Für 2019 steht das Thema darum nun wieder auf meiner Liste und ich werde wohl kurzfristig eine Haustierversicherung bei AGILA für Lilly abschließen.

 


Dieser Artikel entstand in freundlicher Kooperation mit Agila Haustierversicherung. 

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