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Green Dog Hundehaltung #5: Veganes Hundefutter

Das erste Mal, als ich von veganem Hundefutter hörte, war 2015 auf Mykonos. Meine Mitbewohnerin Jasmyn erzählte mir davon, dass der Hund ihres Vaters komplett vegan ernährt wird und top gesund sei. Als überzeugte Barferin schenkte ich dem Thema nicht viel Beachtung und beschäftigte mich nicht wieder damit, bis ich vergangenes Jahr das Buch „Grüner Hund“ von Kinga Rybinska las. Doch gar nicht so uninteressant, aus verschiedenen Gründen, auf die ich hier im Artikel eingehen werde:

 

  • Ethik

  • Umweltverschmutzung durch Massentierhaltung

  • Allergien & Juckreiz bei Hunden

  • Nieren & Leber Beschwerden bei (älteren) Hunden

  • Leishmaniose

 

So richtig begann ich das Thema zu verstehen, als mir Ulrike Hirschauer von Naftie auf einer Messe mehr darüber erzählte. Ihr Ansatz besteht darin, dass der Hund ab und zu, z.B. einmal pro Woche nur veganes Futter bekommt, um den Abbau der Harnsäure zu unterstützen.

Harnsäure wird durch einen hohen Fleischkonsum in so großen Mengen produziert, dass der Hundekörper Schwierigkeiten hat diese vollständig abzubauen. Vor allem ältere Hunde schaffen das kaum noch. Wenn die Harnsäure im Körper nicht mehr vollständig abgebaut werden kann, belastet das Leber und Nieren. Beschwerden, die bei älteren Hunden immer mehr vorkommen. Gar nicht so verwunderlich, wenn man bedenkt, dass Hunde historisch betrachtet noch nie so viel Fleisch konsumiert haben wie heute. Der „vegane Tag“ in der Fütterung, entlastet den Körper und dieser kann die Harnsäure einfacher abbauen. Nach unserem Gespräch auf der Messe, begann ich Lilly einmal wöchentlich nur vegan zu füttern. Erst wusste ich nicht, ob Lilly das vegane Futter überhaupt fressen würde, aber meine Bedenken waren grundlos. Sie liebt es!

Tessa Zaune, Gründerin von VEGDOG, berichtet, dass ihr Hund unter Allergien und schlimmem Juckreiz litt, bevor sie auf einen Futterplan frei von tierischen Eiweißen umstellte. Innerhalb von vier Wochen war ihr Hund Nelson beschwerdefrei und ist es heute noch. Sie hatte vorher alles versucht, verschiedene Futtersorten, BARF und Ausschlussdiäten, nichts half. Auch sie war skeptisch, als sie das erste Mal von der veganen Ernährung für Hunde hörte, doch der Erfolg bei Nelson stimmte sie um. Heute ist sie Inhaberin von VEGDOG und überzeugt, dass ihr veganes Hundefutter hochwertiger und bedarfsdeckender sei, als einiges anderes Futter auf dem Markt.

Auch für Hunde mit Leishmaniose, die Purin arm ernährt werden müssen, eignet sich veganes Futter hervorragend.

Viele Tierärzte berichten, dass der Anstieg von Futterunverträglichkeiten und Allergien in den letzten Jahren auffällig sei. Woran liegt das? Und ist veganes Futter die Lösung?

Ich persönlich glaube, dass der Anstieg an Futterunverträglichkeiten und Allergien davonkommt, dass der größte Teil der Futtermittelindustrie nicht wirklich zum Wohl des Hundes handelt und unsere Hunde wortwörtlich „Abfall“ serviert bekommen. Damit diese das dann überhaupt noch fressen, werden Lockmittel und Geschmacksstoffe ergänzt, welche alleine schon gesundheitsschädlich sind. Auch die Krebsrate steigt bei Hunden immer deutlicher an. Aktuell berichten Studien von einer 50%-tigen Krebsrate bei Hunden. Die Dunkelziffer liegt deutlich höher. Ist es Zufall, dass auch die Krebsrate bei Menschen steigt, umso mehr und länger wir uns von industriell verarbeiteten Lebensmitteln ernähren? Ich wage es zu bezweifeln und wage es zu behaupte, dass umso mehr „Mist“ wir und unsere Hunde essen, umso kranker werden wir auch. Keine so abwegige Theorie, Ernährung und Gesundheit in Verbindung zu stellen, oder?

Allergien und auch Fleischallergien kommen bei Hunden also immer häufiger vor und eine vegane Ernährung scheint für viele die einzige Lösung zu sein.

Auch ethisch betrachtet, ist das Thema der veganen Hundeernährung interessant. Ich persönlich sehe keinen ethischen Konflikt, wenn ein Hund Fleisch frisst. Was ich aber ethisch als sehr bedenklich halte, ist Fleisch aus Massentierhaltung. Ich halte es nicht nur für bedenklich, sondern für höchst grausam und unmoralisch, ganz egal ob es der Hund oder wir essen. Aktuell stammt lt. dem deutschen Tierschutzbüro,  98% des Fleischs, dass wir konsumieren aus Massentierhaltung. Gütesiegeln und Sprüche wie „regional“, „Bauer von nebenan“, „Tierwohl“, „Lebensmittelqualität“ oder „Metzger des Vertrauens“ sind dabei keine Synonyme für Bio oder gut gehaltene Tiere!

Wäre das hier eine Instagram Story, könnte ich einen kleinen Umfrage Button einbinden und ich bin sicher ihr würdet mir zu 100% zustimmen, dass Massentierhaltung, bei der Rinder, Schweine, Hühner und andere Tier grausam gezüchtet, gemästet und grausam auf engstem Raum gehalten werden, in Deutschland verboten werden sollte! In vielen Ländern wie Schweden oder Neuseeland ist es das nämlich bereits. Sicher würde ihr mir auch zustimmen, dass es ganz egal ist, ob dann ein Hund das Fleisch isst oder wir. Massentierhaltung ist grausam und gehört verboten!

Tatsächlich habe auf Instagram gefragt, wie viele von euch auf die Fleischherkunft beim Hundefutter achten. 28% haben mit „Nein“ geantwortet. Die anderen habe ich gefragt, welches Futter sie füttern. Nur sehr wenige der dann genannten Marken enthalten Fleisch, das nicht aus Massentierhaltung stammt. Ich kann es euch gar nicht verübeln, denn die Webseiten und das Marketing sind hochgradig verwirrend! Es ist kaum nachvollziehbar, woher das Fleisch bezogen wird. Da ich für Lill’s Organic Dog Store auf der Suche bin, frage ich nach und erkenne mittlerweile genau wo was drinsteckt, aber es ist schwer. Auf das Wort „Lebensmittelqualität“ fällt man am leichtesten rein, denn das bedeutet nicht das Fleisch nicht aus Massentierhaltung kommt. Unsere Kühlregale und Metzgertheken sind voll damit. Ganz legal, weil Massentierhaltung in Deutschland erlaubt ist.

Dabei gibt es einen bewiesenen Unterschied der Fleischqualität und für mich ist Fleisch nicht nur ein Stück Faser, sondern ein Tier, das mal gelebt hat und was auch immer das Tier erlebt oder erlitten hat, Antibiotika und Hormone die verabreicht wurden, stecken auch später im Steak, dass wir oder unsere Hunde essen. Abgesehen davon, dass das was in den meisten Hundefuttern steckt noch viel schlimmer ist (dazu folgt ein separater Artikel) wundere ich mich ganz und gar nicht mehr, dass unsere Hunde Allergien und Unverträglichkeiten dagegen entwickeln.

Ihr seht, das Thema bringt mich in Rage… aber zurück zum Thema. Ethisch gesehen, halte ich es auf jeden Fall für besser den Hund vegan zu ernähren, als ihm Fleisch aus Massentierhaltung zu füttern. Wichtig ist nur, dass das Futter den Vitamin-, und Mineralbedarf des Hundes zu 100% deckt.

Lilly bekommt ausschließlich Fleisch aus Hofschlachtungen von Freiland,- und Weidetieren und nun einmal die Woche veganes Futter in den Napf.

Denn selbst wenn man von Moral und Ethik absieht, stellt die Nutztierhaltung eine große Umweltbelastung dar. Der Fleischkonsum ist weltweit so hoch, dass es ohne Massentierhaltung gar nicht mehr möglich wäre, die Nachfrage zu decken.

Nutztierhaltung und die damit verbundene Futtermittelproduktion haben erhebliche und leider negative Auswirkungen auf unsere Umwelt. Sie beansprucht große Mengen an Energie, Flächen und andere Ressourcen, wodurch Luft, Böden und Gewässer verschmutzt werden. Artensterben, Waldsterben und Klimawandel sind die Folgen.

Eine Reduzierung des Fleischkonsums hat darum nicht nur gesundheitlich Vorteile, sondern schützt auch unsere Umwelt. Bei Lilly reduziert sich der Fleischkonsum durch einen veganen Tag pro Woche um 2 kg pro Monat. Bei rund 8 Millionen Hundebesitzerin in Deutschland, würde es einen großen Unterschied machen, wenn jeder seinen Hund nur einmal pro Woche Fleischlos ernähren würde. Deutsche essen übrigens pro Person durchschnittlich 60 KG pro Jahr. * Im Laufe eines Lebens summiert sich das auf rund 1.000 Tiere, die für den Verzehr geschlachtet werden. * Unerwünschte „Nebenprodukte“ wie männliche Küken oder Beifang im Meer, ist hier noch gar nicht eingerechnet. Durch eine rein pflanzliche Ernährung sinkt der CO2-Fußabdruck pro Person um etwa um über 50%. Ob wir ein Auto mit Diesel fahren, fällt im Vergleich dazu gar nicht mehr so sehr ins Gewicht.

Was noch fehlt, sind Langzeitstudien zur veganen Fütterung, aber wer soll die finanzieren, die Futtermittelindustrie wohl weniger… ob Du Deinen Hund komplett oder nur teilweise vegan ernährst, solltest Du selbst für Dich und Deinen Hund entscheiden. Für mich fühlt sich die Mischung aus Fleisch (das nicht aus Massentierhaltung) und einem veganen Futtertag pro Woche gut an und ich hoffe, dass Lilly damit gesund und munter bleibt.

Dein Hund rührt das vegane Futter nicht an?

Das kommt vor, dann hast Du es aber wenigstens versucht!

Eins möchte ich aber dazu aber doch noch anmerken… kann es sein, dass er vorher Futter mit Geschmacksverstärkern und Lockmitteln bekommen hat? Dann ist seine Reaktion gar nicht so verwunderlich. Ein Kind, dass immer nur Fanta getrunken hat, würde auch das Gesicht verziehen, wenn es ein Glas frischen Orangensaft vorgesetzt bekommt. Versuche ihn langsam umzugewöhnen und mische sein bisheriges Futter mit Futter, das keine Geschmacksverstärker und Lockmittel enthält und dann langsam mit dem veganen Futter. Eine Futterumstellung sollte langsam über 2-4 Wochen erfolgen. Im Shop findest Du auch fleischhaltiges Futter, das ganz natürlich und mit Fleisch aus artgerechter Tierhaltung hergestellt wird. Ich bin davon überzeugt, dass das nicht nur besser für unsere Hunde, sondern auch für unsere Umwelt ist. Von dem Leid der Nutztiere aus Massentierhaltung ganz abgesehen.

Aus Überzeugung und weil ich hinter beiden Unternehmen stehe, habe ich folgende Marken im Shop, die veganes Futter anbieten. Die Dosen könnt ihr einzeln bestellen, probiert es doch mal aus! Ich freu mich über euer Feedback und eure Gedanken dazu!

NAFTIEVEGDOG

Eure
Lena

 


Quelle: *https://vebu.de

WERBUNG: Dieser Artikel enthält Links zu meinem Online Shop Lill’s Organic Dog Store und ist darum als Werbung gekennzeichnet.

 

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3 Comments

  • Reply
    Anna
    11. Juni 2018 at 8:52 am

    Nachhaltigkeit… Kampf gegen Massentierhaltung…etc. das ist alles schön und gut. Aber sollte man die Natur nicht Natur sein lassen? Sollte man nicht dem Hund erlauben, dass zu sein was er von Natur aus ist? Ein Fleischfresser. Kein Hund, der wild lebt (auch kein Wolf), würde sich freiwillig nur vegan ernähren. Der Hund ist von Natur aus dafür gemacht Fleisch zu fressen und es zu verwerten. Auch für die Abbaustoffe ist sein Organismus angelegt. Der Hund wird durch unsere Gesellschaft bereits in vielen Dingen eingeschränkt. Sollte man da nicht aufhören noch weiter in seine Natur einzugreifen? Einem Kaninchen würde doch ebenfalls niemand Fleisch zu fressen geben….. Ich sehe diese vegane Bewegung bei Fleischfressern sehr kritisch und bedenklich.

  • Reply
    Green Dog Hundehaltung #6: Fleischherkunft im Hundefutter | Der Hundeblog für Hundeliebhaber
    16. Juli 2018 at 12:07 pm

    […] wird gebarft. Sie bekommt pro Monat in etwa 13kg Fleisch (An vier Tagen im Monat bekommt sie nur veganes Futter). Wenn ich Fleisch kaufe, das statt 3€* das doppelte, also 6€ kostet, dafür aber nicht aus […]

  • Reply
    Was kostet ein Hund? | Der Hundeblog für Hundeliebhaber
    24. Juli 2018 at 12:55 pm

    […] Körper beim Abbau der Harnsäure zu unterstützen. Einen ausführlichen Artikel zu diesem Thema, findest Du hier. Nachfolgend rechne ich darum immer 26 Tage, plus 4 Tage vegetarisches Futter, das ich ihr aus der […]

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