Lilly

Hund und Job – I’m a working dog mum [miDoggy Parade]

In der miDoggy Community wird aktuell über das Thema Hund und Job gesprochen. Wie lässt sich das vereinbaren? Neugierig habe ich die Beiträge von anderen gelesen und recht schnell, fast etwas erleichtert, festgestellt, dass es für alle eine Herausforderung ist.

100% Hund & 100% Job – Das geht nicht immer.

Bei uns ist das nicht anders. Es gibt nichts, dass in meinem Leben mehr Organisation benötigt, als sicherzustellen, dass Lilly versorgt ist. Lilly mehr als 4 Stunden alleine zu lassen, kommt für mich nicht in Frage. Das ist meine Regel. Meine persönliche Wohlfühlzeit. Alles darüber fühlt sich für mich unentspannt an.

Meine Regel: Lilly bliebt nicht länger als 4 Stunden alleine und das auch nur einmal am Tag.

Wobei ich mir gar nicht sicher bin, ob sie meine Abwesenheit so sehr stört wie ich denke. Immer wieder habe ich bei ihr das Gefühl, dass auch die kleine Maus ein wenig „Me-Time“ braucht. Manchmal sucht sie meine Nähe und weicht mir den ganzen Tag nicht von der Seite, an anderen zieht sie sich zurück, liegt in einem anderen Zimmer und ist einfach für sich.

Auch Lilly braucht Me-Time

Als Lilly mit 4 Monaten zu mir kam, konnte ich nicht mal die Badezimmer hinter mir schließen oder mich in einem anderen Raum aufhalten. Sie hat mich über Wochen auf Schritt und Tritt verfolgt. Mit der Zeit kam das Vertrauen und irgendwann hatte sie verstanden, dass sie mich so schnell nicht mehr los wird und ich IMMER wieder zurück komme.

Heute hat sie so viel vertrauen in mich, dass es sie völlig kalt lässt, wenn ich mich hinter einem Baum verstecke. Ziel der Übung ist, dass sie mehr Blick Kontakt zu mir hält und kommt wenn ich sie dann rufe. Nicht mit Lilly, sie weiss und vertraut darauf, dass ich nie wirklich weg bin. 🙂 Da hat sie ja auch Recht! 🙂

Vertrauen aufbauen hilft beim alleine sein.

Lilly ist also völlig entspannt wenn ich sie mal alleine lasse. Nur ich eben nicht. Darum verbringe ich viel Zeit damit, eben genau das zu vermeiden. Natürlich mache ich dabei immer mal wieder Abstriche, aber auf was auch immer ich verzichtet habe wenn ich nach Hause geilt bin, ich hatte es vergessen sobald die Kleine mich schwanzwedelnd begrüßt.

Und wer nun denkt, dass Lilly jedes Mal sofort zur Tür rennt wenn ich nach Hause komme, nope. Lilly bleibt häufig auf Ihrem Platz liegen und wartet bis ich sie begrüße. Dann schaut sie mich mit verschlafenen Augen an und fängt erst dann an mit dem Schwanz zu wedeln, wenn ich bei ihr bin. Wenn ich raten müsste, was sie dabei denkt, würde meine Antwort in etwas so ausfallen:

„Wer weckt mich denn jetzt schon? Ich hatte gerade von so einem tollen Mauseloch geträumt.. wird schon kein Einbrecher sein, ist so gemütlich hier gerade, ich bleib einfach mal liegen… – Oh, hi! Was machst Du denn schon zuhause?  Ich hatte noch gar nicht mit Dir gerechnet – aber trotzdem schön dass Du da bist! *schwanzwedel* Lässt Du mich in den Garten? Bekomme ich ein Leckerli? Gehen wir Mäuselöcher suchen?“

Aber nun zurück zum eigentlichen Thema. Hund und Job. Ich bin selbständig und arbeite zum Teil beim Kunden und zum Teil von Zuhause. Manchmal auch nur von Zuhause. So richtig regelmäßig ist das bei mir nicht. In Griechenland war das darum am Anfang auch nicht so einfach, aber ich konnte uns sehr schnell ein tolles Hundesitter-Netzwerk aufbauen, das für alle Situationen perfekt funktioniert hat.


Wenn ich über Nacht verreisen musste, hatte ich eine wirklich ganz arg tolle Hundepension mitten in der Natur und in der Nähe vom Flughafen. Lilly war dort so gerne, dass sie sich zwar immer gefreut hat wenn ich sie abgeholt habe, aber eigentlich nicht wirklich gehen wollte. Die Menschen dort waren sehr lieb und hatten Lilly schnell spürbar ins Herz geschlossen, so dass ich sie dort wirklich gerne gelassen haben. Wenn ich Lilly dort hin gebracht habe, hab ich ihr immer erzählt, sie darf wieder in den Hunde-Urlaub. 🙂 Der längste Zeitraum den Lilly dort war, waren 5,5 Tage.

Für spontane Situationen in denen ich Lilly nur Tagsüber nicht bei mir haben konnte, hatte ich 5 Minuten entfernt eine Hunde-Tagesstätte. Keine Lösung für jeden Tag, da die Hunde hier zwar auf großen Außenflächen nach Verträglichkeit aufgeteilt wurden, beim spielen nicht jedoch nicht richtig überwacht wurden, wodurch ich gemerkt habe, dass Lilly sich schnell schlechtes Verhalten von anderen Hunden abschaute und nach einem vollen Tag dort, etwas aufgekratzt war. Natürlich hatte sie dort eine tolle Zeit mit so viel Hunden, aber ich hatte die Betreuer dann irgendwann gebeten Lilly mittags eine Pause zu geben von den anderen Hunden. Das klappte dann gut, aber es blieb eine Notlösung.

Und als ich dann ein einem Projekt am anderen Ende von Athen, 2-3 Tage vor Ort beim Kunden sein musste und durch die einstündige Anreise schnell mal 10-12 Stunden am Tag weg war, habe ich nach einer besseren Lösung gesucht. Über eine Facebook Gruppe habe ich dann mit ganz viel Glück, eine ganz arg tolle Familie gefunden, die sich ganz arg darüber freuten einen „Teilzeit-Hund“ wie Lilly gefunden zu haben. Die Kids und die Frau wollten unbedingt einen Hund, aber der Mann war noch nicht bereit für einen Vollzeit-Hund, also war Lilly die perfekte Lösung. Ein Haus mit Garten und zwei Kinder die über Stunden Lilly´s Ball werfen und mit ihr spielen, das war perfekt für Lilly und für mich.

Und falls mal keine der drei Optionen zur Verfügung stand, hatte ich noch meine Freundin Adela um die Ecke, die selbst zwei Hund hat, mit denen Lilly im riesigen Garten toben konnte. Sicher habt ihr die beiden hübschen Weimaraner bereits hier und da auf unserem Instagram Account gesehen. Da wir die drei jedoch nicht alleine lassen konnte, weil sie sich zu schnell um Spielzeug und Stöcke raufen, war das aber nur eine Lösung für ab und an.

Darum konnte ich mich glücklich schätzen, eine so hilfsbereite Freundin Jessica zu haben. Sie unterrichtet Englisch via Skype und hat an ein paar Tagen einfach mein Homeoffice genutzt, so dass Lilly sogar zuhause sein konnte während ich beim arbeiten war.


Es gab also immer eine Lösung. Jetzt in Deutschland, fehlt mir dieses Netzwerk noch komplett und gerade diese Woche war und ist es eine Herausforderung voller schlechten Gewissens auf meiner Seite. Am Sonntag musste ich für 3 Tage beruflich in die Schweiz und habe Lilly zu meiner Tante gebracht, die etwas ausserhalb am Waldrand wohnt. Ich weiss, das es Lilly dort richtig gut geht und kann sie ohne Sorgen dort lassen.

Am Mittwoch Abend habe ich Lilly dort wieder abgeholt, für eine Nacht und einen Tag, denn gestern, am Donnerstag Abend musste ich schon wieder los nach Köln.

Meine Mum ist dann eingesprungen. Sie wohnt jedoch mitten in der Stadt in einer Wohnung ohne Garten und muss zum nächsten Feld gut 10 Minuten fahren. Nicht ideal, besonders dann wenn es wie gestern den ganzen Tag regnet. Am Samstag sind wir tagsüber in München, darum werde ich Lilly heute Abend abholen und morgen wieder zu meiner Mum bringen.

Meine Mutter ist ganz arg toll mit Lilly, sie lässt Lilly aber ganz konsequent keine 30 Minuten alleine, egal wie oft ich ihr sage, dass das völlig ok ist 🙂 Sie glaubt mir, aber Lilly´s Hundeblick wenn sie aus der Tür will scheint hier richtig gut zu wirken. 🙂

Die Woche haben wir also irgendwie organisiert und geschafft, aber vor mir steht noch eine große Herausforderung für die ich noch gar keine Lösung habe. Ab kommender Woche, für 3 Monate, bin ich in einem Projekt, bei dem ich 3 Tage vor Ort beim Kunden bin. Abends bin ich zuhause, aber für tagsüber brauche ich eine Lösung. Was das ganze noch etwas spannender macht, ist Lilly´s bevorstehende Läufigkeit.

Hund und Job geht das also?

Für diese Woche kann ich die Frage mit Ja beantworten, für nächste Woche steht die Antwort noch aus.

Ich bin dran, telefoniere Hundepensionen ab, vereinbare Besichtigungstermine, melde mich auf Hundesitter Plattformen an, poste in Facebook Gruppen… es gibt vielleicht Lösungen, aber noch keine sichere und perfekte Lösung.

Job und Hund. Manchmal wirklich schwer. Nicht nur organisatorisch, sondern mich quält in solchen Zeiten wirklich das schlechte Gewissen.

Hätte ich mir keinen Hund holen sollen wenn das alles so schwierig ist? Wer die Geschichte von Lilly und mir kennt, weiss, dass ich mir aus genau diesem Grund keinen Hund geholt habe. Aber Lilly hat sich mich geschnappt. An einem Sonntag morgen war sie plötzlich einfach da und ich habe diesen Tag noch nie bereut.

Lilly ist meine kleine Maus, mein Engel, mein Seelenhund. Der Aufwand ist groß, aber er ist es Wert.


DANKE

Ich möchte diesen Moment nutzen, um mich bei meiner Familie und allen Freunden zu bedanken, die mir mit Lilly in der Vergangenheit ausgeholfen haben. Ohne Euch, würde es nicht gehen! Danke!

AUFRUF

Wenn Du eine liebe Familie oder einen Hundesitter im Raum Ulm / Neu-Ulm kennst, bitte melde Dich bei mir! Damit Lilly auch in Zukunft in guten Händen und nicht alleine ist, während ich arbeiten muss.

Moment mal…

*Wo ist eigentlich der gut aussehende Mann an Deiner Seite? Kann der nicht aufpassen?* – Gut beobachtet 😉 Aber auch der ist gerade in einem Projekt und beim Kunden. Diesmal hat es uns beide gleichzeitig erwischt.. wird eigentlich Zeit dass der sich hier mal richtig vorstellt oder? Was meint ihr? 😉

Update vom 02.05.2017: Kurz vor knapp habe ich nun eine Bleibe für Lilly gefunden! Details dazu gibt es in Kürze hier im Blog! Danke an alle die versucht haben zu helfen!

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3 Comments

  • Reply
    Solveig
    29. April 2017 at 11:41 am

    Hallo liebe Lena, ich möchte Euch gerne helfen. Melde Dich einfach bei mir. Wir wohnen am Michelsberg in Ulm, mein Kunst-Atelier ist in der Michelsbergstrasse 7. Liebe Grüsse – Solveig

    • Reply
      LILLY & LENA
      2. Mai 2017 at 8:46 am

      Liebe Solveig,
      wie bereits per E-Mail geschrieben, vielen lieben Dank für Dein Angebot mir zu helfen! Schade dass es wegen der Katzen nicht klappt. Ich überlege schon wie ich Lilly ganz schnell an Katzen gewöhnen könnte.. 🙂 LG Lena

  • Reply
    Was macht eine gute Hundepension aus? | Der Hundeblog für Hundeliebhaber
    3. Mai 2017 at 7:57 pm

    […] Du meinen letzten Artikel gelesen hast, weisst Du bereits, dass ich in den letzten Tagen verzweifelt auf der Suche nach einem […]

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