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Green Dog Hundehaltung #3: Kotbeutel

Bevor ich zum eigentlichen Thema „Kotbeutel“ komme, möchte ich noch kurz auf das Thema „Wo und wie muss man Hundekot überhaupt beseitigen?“ eingehen, denn hier gibt es verschiedene Meinungen und tatsächlich auch verschiedene Gesetze. Es gibt keine landesweite Regelung, sondern viele verschiedene, je nach Stadt oder Gemeinde in der Du lebst.

Was aber fast alle als einheitliche Regelung haben ist, dass wir den Hundekot auf öffentlichen Straßen und Gehwegen, sowie öffentlichen Flächen wie Park,- und Grünanlagen, Liegewiesen und Kinderspielplätzen beseitigen müssen. Die Tatsache, dass wir Hundesteuer zahlen, gibt uns nicht das Recht Hundekot liegen zu lassen, denn die Hundesteuer ist eine Steuer, die keine Gegenleistung mit sich bringt. Die Ausnahme sind Gemeinden und Städte, die extra Hundeklos zur Verfügung stellen, dort werden diese dann auch von der Gemeinde oder Stadt gereinigt.

Was ist mit Wiesen, Feldern und dem Wald? 

Hier gibt es die meisten Meinungsverschiedenheiten und keine klaren Regelungen. Sobald eine Fläche aber landwirtschaftlich betrieben wird, gehört sie jemanden und es handelt sich dann zwar nicht mehr um eine öffentliche Fläche, aber um ein privates Grundstück, das man als Hundehalter auch als solches respektieren sollte. Es ist ja auch so, dass auf Feldern Lebensmittel angebaut werden und keiner von uns möchte Hundekot in der Ernte wissen, oder? In Wäldern bitten die meisten Förster darum, den Hundekot zu beseitigen, wenn er auf dem Weg liegt, im Gebüsch oder am Wegrand darf er (meistens) liegen gelassen werden.

In einigen Städten und Gemeinden, darf der Hundekot auch gar nicht einfach in den nächsten öffentlichen Mülleimer geworfen werden, sondern muss in speziellen Mülleimern für Hundekot entsorgt werden, oder in die hauseigene Restmülltonne.

Ich selbst, halte mich weniger an die öffentlichen Regeln, als an meinen gesunden Menschenverstand und räume den Hundekot immer dann weg, wenn die Gefahr besteht, das andere hineintreten könnten, das will ich nämlich selbst auch nicht. Lilly hat durch unser Leben am Strand, früh gelernt, dass sie sich nur in einem Gebüsch und Abseits der Öffentlichkeit erleichtert, was es mir etwas einfacher macht. Macht sie trotzdem mal auf einen Weg, räume ich ihren Hundekot brav weg. Wie handhabt ihr die Hinterlassenschaften Eurer Hunde?

Wie beseitigt man den Hundekot am besten und vor allem, wie am umweltfreundlichsten? 

Bevor ich nun auf das „Womit“ komme, bleiben wir noch kurz beim „Wie“. Gehen wir mal kurz davon aus, wir würden nur den Hundekot beseitigen, also ohne Tüte, wo müsste er dann hin?

In die braune Bio-Tonne?

Eine industrielle Kompostieranlage, erreicht zwar genügend Hitze um Parasiten oder Krankheitserreger* im Hundekot abzutöten, aber durch die Zugabe von Hundekot, kann der Stickstoffanteil im Kompost so stark steigen, dass er die Grenzwerte zur Weiterverwendung übersteigt und er damit für Landwirte nicht mehr nutzbar ist. Hundekot gehört also nicht in die braune Bio-Tonne.

In den eigenen Kompost im Garten? 

Auch davon ist abzuraten, da der eigene Kompost im Garten, nicht die nötige Temperatur erreicht, um alle Parasiten oder Krankheitserreger* vollständig abzutöten. Die Erde könnte man dann nicht mehr weiterverwenden, da wir sonst Bakterien und Krankheitserreger in unserem eigenen Garten verteilen. Auch wenn man die Erde nicht für Gemüse und Kräuter verwendet, würde eine Ansteckungsgefahr für andere Tiere wie Vögel, Würmer, Schnecken usw. bestehen, die diese dann weiter verteilen. Auch das Grundwasser würde „infiziert“ werden, was übrigens auch passiert, wenn man Hundekot auf einer Wiese liegen lässt.

In den gelben Sack?

Auf gar keinen Fall gehört Hundekot in den gelben Sack. In diesem dürfen nur Plastik und Verpackungen mit dem grünen Punkt entsorgt werden.

In die Toilette?

Ja, theoretisch kann und darf man Hundekot (ohne Kotbeutel) in der Toilette runterspülen. Die Umsetzung in der Praxis ist aber nicht wirklich hygienisch.

In die Restmülltonne?

Ja, Hundekot gehört in den Restmüll, da er hier rückstandslos verbrannt werden kann.

 

*Parasiten oder Krankheitserreger sind z.B. Bakterien wie Salmonellen oder Borrelien, Giardien und Kokzidien und auch die Eier von Würmern wie Fadenwürmer, Spulwürmer, Peitschenwürmer, Hakenwürmer, Bandwürmer usw. Sämtliche Bakterien sind nicht nur für Hunde, sondern auch für Menschen gesundheitsschädlich.


 

Hundekot muss also im Restmüll entsorgt werden und da wir ihn am liebsten mit Kotbeutel entsorgen wollen, brauchen wir einen Kotbeutel, der auch in den Restmüll gehört. Kompostierbare Kotbeutel werden zwar als super umweltfreundlich vermarktet, machen aber nur dann Sinn, wenn man sie ohne Hundekot entsorgen würde.

Obwohl auch das nicht ganz stimmt, denn die meisten industriellen Kompostanlagen sortieren Kotbeutel – mit oder ohne Kot darin – händisch wieder aus. Die mit Kot, aus den oben genannten Gründen und die ohne weil nicht immer erkennbar ist, ob es sich um kompostierbare Kotbeutel handelt oder nicht. Die aussortierten Kotbeutel, landen dann wieder im Restmüll.

Um die Frage zu beantworten, ob man diese Kotbeutel – ohne Kot – auf dem eigenen Kompost im Garten entsorgen und kompostieren kann, muss man zunächst verstehen, was „kompostierbarer Kotbeutel“ eigentlich bedeutet. Hierbei handelt sich i.d.R. um einen Normwert, der aussagt, dass das Material generell kompostierbar ist. Was aber niemand dazu schreibt, ist dass sich das Material nur bei einer bestimmten Temperatur (ab 60 Grad) wirklich auflöst, welche wir im eigenen Kompost im Garten nicht erreichen. Wenn ein Kotbeutel also nach DIN-Norm EN 13432 als kompostierbar bezeichnet wird, bedeutet das, dass er industriell kompostiert werden kann, da nur in solchen Anlagen die nötige Temperatur erreicht wird. Ich hatte ja aber bereits erwähnt, dass diese dort manuel wieder aussortiert werden. Welchen Sinn machen dann kompostierbare Kotbeutel eigentlich? Gar keinen. Zudem benötigt die Herstellung von biologisch abbaubaren Kotbeuteln erheblich mehr Energie und ist damit alles andere als umweltfreundlich. Landen sie im gelben Sack, vermindern sie dort die Recycelbarkeit anderer Materialien. Im gelben Sack, könnte man Hundekotbeutel aus Plastik recyclen, aber eben nur ohne Hundekot.

Man kann es Drehen und Wenden wie man will, Hundekot und Hundekotbeutel gehören in den Restmüll, ganz egal aus was und wie sie hergestellt werden. Anstatt also darauf zu achten, wie Hundekotbeutel recycelt werden können, sollten wir darauf achten, wieviel Wasser, Energie und Ressourcen sie in der Herstellung benötigen.

Die Herstellung von Plastik greift auf die endliche Ressource Erdöl zurück und ist damit grundsätzlich keine gute Wahl.

Was sind die Alternativen?

Es gibt Kotbeutel, die sich in Wasser zu 100% auflösen, aber genauso wie Papiertüten sind sie nur in der Theorie wirklich einsetzbar. In der Praxis, eignen sie sich eher weniger, da sie schnell aufweichen und wir es damit nur selten bis zum nächsten Mülleimer schaffen. Ich hab es ausprobiert …

 

Die für mich „grünste“ Lösung:

sind Kotbeutel aus Plastik, welche aus recycelten Materialien wie z.B. PET-Flaschen hergestellt werden. Dadurch wird wenig Energie in der Herstellung verbraucht, kein Erdöl und anstatt das neuer Müll produziert wird, wird bestehender Müll wiederverwendet.

Das einzige Problem dabei ist, dass es kaum Hersteller von Hundekotbeuteln gibt, die zur Herstellung recycelte Materialien verwenden. Ich habe nur einen gefunden (Pooplino), aber dieser hat die Produktion bereits wieder eingestellt, da es Qualitätsprobleme mit dem Produzenten gab und er nicht auf einen Produzenten in China wechseln wollte. Kennt ihr noch einen Hersteller von Kotbeutel, der recycelte Materialien verwendet?

UPDATE: in lills.store könnt ihr einen Restbestand (B-Ware) der Kotbeutel von Pooplino finden und kaufen.

 


Auf eine Alternative zur Beseitigung von Hundekot, bin ich bei meiner Recherche noch gestoßen. Der selbstgebaute Hundekot-Kompost, welcher vor allem in Australien ein Trend zu sein scheint, wenn ich die Vielzahl der DIY Videos von dort sehe. Der „Poo compost“ ist ein Loch im eigenen Garten, in das ein Behälter mit Löchern eingegraben wird. Darin wird dann nur Hundekot kompostiert. Wie das im Detail aussieht, könnt ihr Euch hier in diesem Video (englisch) ansehen. So ganz überzeugt mich diese Lösung jedoch auch nicht, da Parasiten oder Krankheitserreger ins Grundwasser geraten. Zudem ist das wohl auch nur eine Lösung für Hundekot aus dem eigenen Garten, den man dann mit einer Schaufel dorthinein geben kann, denn den Kot von unterwegs, müsste ich dann ja auch erst wieder in einen Kotbeutel geben, um ihn zu transportieren.

Worauf ich bisher noch nicht eingegangen bin, ist das wiederverwenden von Kotbeuteln. Das wäre ganz bestimmt die grünste Lösung, aber für mich persönlich kommt es aus hygienischen Gründen nicht in Frage, die Kotbeutel zuhause auszuwaschen. Wie meine Restmülltonne bald stinken würde, wenn ich den losen Kot dort hineinwerfen würde, möchte ich auch gar nicht erst ausprobieren…

Mein Fazit?

Alles gar nicht so einfach. Die perfekte „grüne“ Lösung scheint es nicht zu geben. Was für mich offen bleibt, ist die Frage, wie bedrohlich die Parasiten oder Krankheitserreger im Kot von Fleischfressern wie Hunden (und Menschen) in der Natur tatsächlich sind. Ist es nicht ein Stück Natur, dass wir zurück in die Natur geben? Macht nur der Fleischkonsum den Kot so „schädlich“?

Was meint ihr dazu? 

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4 Comments

  • Reply
    Julia
    3. April 2018 at 6:06 pm

    Vielen Dank für diesen Artikel! Ich dachte bisher immer, dass die biologisch abbaubaren Kotbeutel am „grünsten“ sind. Oder eben die aus Papier, aber die find ich in der Verwendung furchtbar. Mein Großer hat zum Glück die Angewohnheit ins Gebüsch zu gehen, ja er hat sogar Probleme damit, wenn das mal nicht möglich ist. Und die Kleine übernimmt diesen Tick langsam von ihm. Sonst hab ich eben immer die biologisch abbaubaren verwendet, aber das werd ich wohl nochmal überdenken.
    Und was Bakterien und Parasiten angeht, bei uns in den Kompost würde ich es auch nicht werfen, aber in der Erde baue ich auch unser Gemüse an. Aber wenn man die Erde nicht für Essbares verwendet, warum nicht? Bei der Erde im Wald oder auf Feldern kommt ja auch Kot von Wildtieren dazu und da können genau so Erreger drinnen sein. Es ist sogar so, dass sich der Mensch Madenwürmer meist durch ungewaschenes Gemüse aus dem eigenen Garten einfängt. Also sind oft sowieso Parasiten in der Erde.
    Liebe Grüße,
    Julia mit Odin und Freya

  • Reply
    Anna
    30. Mai 2018 at 12:05 pm

    Hey du, ich kriege im August mein Mädchen aus Spanien und hatte auch den Gedanken „Plastik kaufen damit er sofort im Müll landet? Nein Danke!“ und habe recherchiert.
    Folgende habe ich gefunden und werde ich noch bestellen: https://www.organicdoglife.de/shop/

    • Reply
      LILLY & LENA
      30. Mai 2018 at 1:14 pm

      Hallo Anna,

      die kenne ich. Aber auch die müssen am Ende in den Restmüll, es bringt also nichts, dass man sie theoretisch kompostieren kann und die Herstellung des Rohstoffs verbraucht viel Energie. Für mich sind die Kotbeutel aus recycelten PET-Flaschen immer noch die nachhaltigste Lösung. (https://lills.store/produkt/kotbeutel-pooplino/)

      Herzlichen Glückwunsch zum „Nachwuchs“ ich freu mich sehr für Dich! Da steht Dir eine aufregende Zeit bevor! Ich wünsch Dir und Deinem Mädchen alles Gute!

      Liebe Grüße
      Lena

  • Reply
    Was kostet ein Hund? | Der Hundeblog für Hundeliebhaber
    24. Juli 2018 at 12:55 pm

    […] In vielen Städten und Gemeinden gibt es die umsonst, bei uns im Dorf leider nicht. Hier gibt es auch keine Mülleimer für Kotbeutel. Da wir aber am Stadtrand mitten in der Natur leben und Lilly meistens ins Gebüsch im Wald macht, brauchen wir sie nicht täglich. Würden wir aber alle Häufchen von ihr entfernen müssen, würde mich das ca. im Monat 2,30€ kosten. Ich verwende die Kotbeutel von Pooplino, die aus recycelten PET-Flaschen hergestellt werden, um die Produktion von neuem Plastik zu vermeiden. Einen ausführlichen Bericht zum Thema Kotbeutel kannst Du hier lesen. […]

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